Wer kämpft um Mossul?

Auf Seiten der Angreifer steht ein Sammelsurium von Fraktionen. Die größte Gruppe ist das irakische Militär, das mit rund 25.000 Soldaten beteiligt ist. Dazu kommen Tausende sunnitische und schiitische Milizionäre sowie rund 4.000 kurdische Peschmerga. Berichten zufolge sind auch mindestens 1.500 irreguläre türkische Kämpfer an der Aktion beteiligt. Unterstützt werden sie von Luftschlägen der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition. 

Diese Konstellation birgt Risiken. Mossul ist im Irak die wichtigste Stadt der Sunniten. Sollten die berüchtigten schiitischen Milizen zum Einsatz kommen, fürchten Beobachter einen Aufbruch des Bündnisses. Deswegen hat Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi vorsorglich angekündigt, dass die schiitischen Milizen Mossul nicht betreten werden. Und auch die türkische Beteiligung könnte zu einem Problem werden, da sowohl die Kurden als auch die irakische Regierung sie eigentlich ablehnen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat angekündigt, dass eine Teilnahme türkischer Truppen "außer Frage" stehe. Dahinter steht mitunter die Angst, dass sich die nördlich von Mossul aktive PKK an der Offensive beteiligen und danach Gebietsansprüche stellen könnte.

Auf der anderen Seite stehen rund 4.000 Kämpfer des "Islamischen Staats" (IS) aus unterschiedlichen Ländern. Das Wall Street Journal berichtet allerdings unter Berufung auf Quellen im Kommando des IS, dass die Terrormiliz entschieden habe, Mossul aufzugeben und die Kämpfer von dort nach Syrien abzuziehen. Wie stark der Widerstand ausfallen wird, ist daher unklar. Iraks Ministerpräsident Al-Abadi hat die Devise ausgegeben, Mossul müsse bis Jahresende zurückerobert sein.



Welche Strategie verfolgen die Angreifer?

Die Offensive ist lange vorbereitet worden. Im Juli hatten irakische Bodentruppen, angeführt von Eliteeinheiten, Mossul umstellt. Auch der strategisch wichtige Luftwaffenstützpunkt Kajara war zurückerobert worden. Dieser dient nun als Basis für die Operation. Während die irakische Armee mithilfe der Milizen im Norden vorstößt, operieren die kurdischen Peschmerga im Osten der Stadt. Erklärtes Ziel ist, möglichst schnell die Vororte zu erobern, um dann mit Spezialeinheiten die Stadt Stück für Stück zu räumen.

Warum ist die Stadt so wichtig?

Mossul ist die letzte größere Stadt im Irak, die vom IS gehalten wird. Sollte Mossul zurückerobert werden, wäre die Terrormiliz in dem Land militärisch weitgehend geschlagen. Derzeit ist die Stadt ein Brückenkopf des IS im Irak. Sie ist auch deswegen strategisch wichtig, weil sie in der Nähe der syrischen und türkischen Grenze sowie nahe der autonomen kurdischen Region Nordirak liegt. Beobachter befürchten allerdings, dass die IS-Kämpfer in den Untergrund gehen und den Irak so weiter destabilisieren könnten. So waren nach der Entmachtung von Saddam Hussein auch viele Milizen vorgegangen, die gezwungen werden sollten, ihre Waffen und damit ihre Macht abzugeben.