Ein russischer Schiffsverband unter Führung des Flugzeugträgers Admiral Kusnezow und des Atomkreuzers Pjotr Weliki ist Richtung syrische Küste ausgelaufen. Der Weg vom Hafen Seweromorsk nahe Norwegen ins Mittelmeer dauere etwa zehn Tage, sagte Admiral Wiktor Krawtschenko der Agentur Interfax.

Es ist der einzige Flugzeugträger Russlands, er stammt noch aus Sowjetzeiten. Normalerweise ist er in Murmansk stationiert. Offiziell soll die Admiral Kusnezow auf "moderne Bedrohungen wie Piraterie und den internationalen Terrorismus" reagieren. Moskauer Medien berichten aber, dass der Flugzeugträger für Luftangriffe in Syrien in den nächsten Monaten eingesetzt werden soll. Russland kämpft seit September 2015 in dem Bürgerkriegsland, um das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu stützen.

Beginn der Friedensgespräche

In Lausanne in der Schweiz begannen die Verhandlungen für ein Ende des syrischen Bürgerkriegs. US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow trafen sich zunächst zu einem Gespräch unter vier Augen, bevor weitere Außenminister aus den Staaten der Krisenregion hinzukamen. Allerdings waren auch die Beteiligten selbst hinsichtlich eines Durchbruchs skeptisch.

Neben Kerry und Lawrow nahmen auch die Außenminister der Türkei, Saudi-Arabiens, Katars, Ägyptens, Jordaniens, des Irak und des Iran sowie der UN-Syriengesandte Staffan de Mistura an den Verhandlungen am Genfer See teil. Das Format des Treffens ist neu, da die Europäer nicht daran beteiligt sind. Den Gesprächen schließt sich am Sonntag ein Treffen zwischen Kerry und seinen europäischen Kollegen in London an.

Kerry und Lawrow hatten Mitte September eine landesweite Feuerpause zwischen Rebellen und Regierungstruppen ausgehandelt, doch war diese nach nur wenigen Tagen wieder zerbrochen. Am 22. September starteten die syrischen Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine neue Offensive in Aleppo, um die seit Jahren geteilte Großstadt wieder vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Mehrere westliche Staaten haben die Regierung in Moskau wegen der massiven Luftangriffe auf Wohngebiete und Krankenhäuser "Kriegsverbrechen" vorgeworfen.

Beim Treffen in Lausanne begegneten Kerry und Lawrow sich zum ersten Mal seit Beginn der Militäroffensive. Das syrische Oppositionsbündnis Nationale Koalition in Istanbul kritisierte das Treffen. Es werde "nur zu weiterer Zeitverschwendung, weiterer Verzögerung und weiterem Blutvergießen in Syrien führen", sagte der Vizevorsitzende Abdal Ahad Stefo.