Internationale Ermittler haben das syrische Militär für einen weiteren Einsatz von Chemiewaffen verantwortlich gemacht. Hubschrauber der Armee hätten am 16. März 2015 über der Ortschaft Kmenas im Gouvernement Idlib Fassbomben mit Chlorgas abgeworfen, heißt es in dem Bericht, der von den Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) am Freitag dem Sicherheitsrat überreicht wurde. Aus den Symptomen der Opfer schlossen die Experten, dass es sich dabei um Chlorgas gehandelt haben muss.

Die Experten hatten noch zwei weitere Chemiewaffenangriffe in derselben Provinz aus dem April 2014 und März 2015 untersucht, konnten die Verantwortlichen jedoch nicht zweifelsfrei bestimmen, da die dabei eingesetzten Gasbehälter "entfernt worden" seien.

Im August hatte das UN-Gutachterteam die Regierung von Präsident Baschar al-Assad bereits für den Einsatz von Chlorgas bei zwei Attacken verantwortlich gemacht. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" setzte demnach bei einem Angriff auf Aleppo Senfgas ein. Damals sprachen die Ermittler von drei weiteren Chemiewaffenattacken, die auf eine Urheberschaft der syrischen Regierung hindeuteten. In einem Fall wurde nun die Assad-Führung als mutmaßlicher Schuldiger genannt. Bei den zwei anderen Fällen gebe es noch keine Beweise.

Der UN-Sicherheitsrat hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben, nachdem bei mutmaßlichen Chlorgasangriffen auf drei syrische Dörfer 13 Menschen gestorben waren. Schon 2013 hatte der Rat Syrien aufgefordert, seine chemischen Waffen zu vernichten. In dem Jahr trat Syrien der Chemiewaffenkonvention bei, die Entwicklung, Herstellung, Besitz, Weitergabe und Einsatz solcher Waffen verbietet. Bei einer Verletzung des Abkommens drohen Strafmaßnahmen. Allerdings haben Russland und China im Sicherheitsrat immer wieder Resolutionen gegen Syrien blockiert.