Als Vorsitzender der größten landesweiten Veteranenorganisation werde ich regelmäßig gefragt, wen die Amerikanische Legion bei der diesjährigen Präsidentenwahl unterstützt. Meine Antwort ist einfach: die Veteranen. Und mit dieser Antwort möchte ich nicht auf den geleisteten (oder nicht geleisteten) Militärdienst eines Kandidaten anspielen, sondern auf seine oder ihre Haltung zu Fragen der Grenzsicherheit, einer robusten Verteidigungspolitik oder der Gesundheitsversorgung von Veteranen.

Manchmal, wenn dem Gegenüber unsere Überparteilichkeit nicht bewusst ist, wird mir eine zweite Frage dieser Art gestellt. "Wen unterstützt die Legion nun wirklich, Trump oder Hillary?" Meine Antwort bleibt die gleiche: "Die Amerikanische Legion unterstützt die Veteranen."

Anders als bei vielen Organisationen, die Überparteilichkeit für sich reklamieren, ist dieser Anspruch in den Statuten der Amerikanischen Legion festgeschrieben und wurde bereits bei unserer Gründung nach dem Ersten Weltkrieg von unseren Gründervätern beispielhaft in die Tat umgesetzt.

Charles Schmidt ist Nationaler Kommandant der Amerikanischen Legion. Die Organisation hat 2,2 Millionen Mitglieder. © American National Legion

Während eines der ersten Treffens der Amerikanischen Legion im Jahr 1919 gab es das Bestreben, Theodore Roosevelt Jr. für die Wahl des ersten nationalen Kommandanten zu nominieren. Als Kriegsheld des Ersten Weltkriegs und Sohn eines ehemaligen Präsidenten wurden "T.R. Jr." weithin politische Ambitionen nachgesagt, die ihn möglicherweise in den Fußstapfen seines Vaters bis ins Weiße Haus hätten führen könnten. Eine Amtszeit als nationaler Kommandant wäre ein nützlicher Karriereschritt für den jungen Republikaner gewesen.

Aber Roosevelt wollte nichts dergleichen. Über die Sprechchöre "Wir wollen Teddy!" hinweg, wandte er sich an die Delegierten: "Ich möchte, dass mein Name aus verschieden Gründen zurückgezogen wird (…) Wir sind hier in einer hoch wichtigen Angelegenheit versammelt. Ich will, dass jeder Amerikaner von hier bis in den letzten Winkel dieses Landes sieht, dass nicht ein Mann diesem Gremium angehört, der nach eigenem, persönlichen Nutzen strebt, sondern ein jeder hier seine Arbeit zum Wohl der Allgemeinheit verrichtet."