US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat Vorwürfe zurückgewiesen, in der Vergangenheit sexuell übergriffig geworden zu sein. Seine Anklägerinnen bezeichnete er bei einer Veranstaltung in West Palm Beach als "schreckliche, schreckliche Lügnerinnen". Die "bösartigen Vorwürfe" gegen ihn seien "total falsch". Seine Gegnerin Hillary Clinton wisse das genau.

Trump führte die Veröffentlichung darauf zurück, dass seine Kampagne das politische Establishment in seiner Existenz bedrohe. Daher versuche es, ihn zu stoppen. Die Vorwürfe seien koordinierte, bösartige Angriffe der Medien und des Wahlkampfteams von Hillary Clinton. Gegen die New York Times kündigte er rechtliche Schritte an. Die Zeitung hatte am Vortag die Vorwürfe zweier Frauen publiziert, die nach ihren Schilderungen vor Jahren von Trump bedrängt wurden. Auf die Drohungen Trumps reagierte die New York Times mit einem Brief, der ihn ermuntert: "Wenn Mr. Trump das anders sieht, wenn er glaubt, dass amerikanische Bürger nicht das Recht haben, zu hören, was diese Frauen zu sagen hatten, und dass das Gesetz dieses Landes uns und jene, die es wagen, ihn zu kritisieren, zwingt, stumm zu bleiben oder bestraft zu werden, dann begrüßen wir die Gelegenheit, dass ein Gericht ihn korrigiert."

In Palm Beach sagte Trump außerdem, er habe Beweise, die die Vorwürfe widerlegen, und werde diese zu geeigneter Zeit veröffentlichen. Auf die Frage, was seiner Meinung nach in Wahrheit vorgehen würde, sagte Trump: "Dies ist eine Verschwörung gegen euch, das amerikanische Volk, und wir dürfen das nicht geschehen lassen."

Trumps Umfragewerte waren bereits nach der Veröffentlichung von Aufnahmen in der vergangenen Woche stark abgesackt. In dem heimlichen Mitschnitt von 2005 prahlt er mit rabiaten Zudringlichkeiten gegenüber Frauen. Am Mittwoch hatten dann drei US-Zeitungen Berichte von Frauen veröffentlicht, die Trump vorwerfen, sie gegen ihren Willen geküsst, bedrängt oder unsittlich berührt zu haben. In dem Mitschnitt hatte Trump mit solchen Übergriffen geprahlt, später jedoch beteuert, das sei nur "Umkleidekabinengerede" gewesen.

Wer führt in den Umfragen?

Trump zieht sich aus Virginia zurück

Auch im Wahlkampf läuft es für Trump nicht gut. Laut Medienberichten hat sein Wahlkampfteam den Bundesstaat Virginia mehr oder weniger verloren gegeben. Trump liegt in dem Wechselwählerstaat laut Umfragen klar hinter Hillary Clinton.

Der Wahlkampfmanager in Virginia, Corey Stewart, hält den Schritt für falsch. "Zieht euch nicht aus Virginia zurück", schrieb er auf Facebook. Trumps Wahlkampfteam teilte mit, dass man nicht aufgegeben habe. "Wir sind weiterhin absolut engagiert, um Virginia zu gewinnen." Es sei nur ein Teil des Personals aus taktischen Gründen in angrenzende Staaten, etwa nach North Carolina, verschoben worden. Dort können Wähler bereits vorzeitig ihre Stimme abgeben.