Vor Beginn der zweiten Fernsehdebatte verschärft sich der Ton im US-Präsidentschaftswahlkampf weiter. Nur wenige Stunden vor dem TV-Duell trat Donald Trump mit Frauen vor die Presse, die Ex-Präsident Bill Clinton sexuelle Übergriffe vorwerfen. "Diese vier mutigen Frauen haben darum gebeten, hier sein zu dürfen", sagte der republikanische Präsidentschaftskandidat am Sonntagabend. Es war sein erster ausführlicher Auftritt, seit ein Video mit sexistischen Äußerungen des Unternehmers aufgetaucht war.

Eine der Frauen war Juanita Broaddrick. Sie bezichtigt Bill Clinton, sie 1978 als 35-Jährige vergewaltigt zu haben. Clinton war damals Generalstaatsanwalt von Arkansas. Broaddrick erklärte: "Donald Trump mag schlechte Worte verloren haben, aber Bill Clinton hat mich vergewaltigt und Hillary Clinton hat mir gedroht." Der Ex-Präsident hatte die Vorwürfe bestritten.

Neben Trump saßen zudem Kathy Shelton, Kathleen Willey und Paula Jones. Sie alle erklärten ihre Unterstützung für den Kandidaten.

Clintons Wahlkampfteam reagierte prompt. "Wir sind nicht überrascht darüber, dass Donald Trump seine zerstörerische Kampagne fortsetzt und das Niveau weiter senkt", schrieb eine Sprecherin von Clintons Wahlkampforganisation. Hillary Clinton werde die Fernsehdebatte nutzen, um mit den Wählern und dem Publikum über die Themen zu sprechen, die sie wirklich interessierten. "Wenn Donald Trump das nicht tut, ist das seine Sache", hieß es in dem Schreiben. Clinton sei wie immer bereit, sich allem zu stellen, was Trump hervorhole.

US-Präsident Barack Obama hatte die frauenverachtenden Äußerungen von Trump zuvor verurteilt. Dass Trump Frauen erniedrige, sich über Behinderte lustig mache und Veteranen beleidige, sei bezeichnend, sagte Obama am Sonntag in Chicago. "Er ist selbst so unsicher, dass er sich nur stark fühlt, wenn er andere Leute demütigt." Diese Charaktereigenschaft disqualifiziere ihn für das Präsidentschaftsamt. "Er schert sich nicht um grundlegende Werte, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben", so Obama.