Der erneute Pilotenstreik bei der Lufthansa alarmiert den CDU-Wirtschaftsflügel. Nötig sei nun "dringend die Möglichkeit zur Zwangsschlichtung", sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) der Bild. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sei nun "gefordert, endlich entsprechend zu handeln".

Der CDU-Wirtschaftspolitiker verurteilte den Streik der Piloten: "Es kann nicht sein, dass ein paar Piloten immer wieder Hunderttausende in Geiselhaft nehmen", sagte Fuchs. Im Konflikt um die Vergütung sind die Lufthansa-Piloten am Mittwoch erneut in den Ausstand getreten – es ist der 14. Streik in diesem Konflikt. Dem Unternehmen entstehen durch den Streik nach eigenen Angaben jeden Tag Verluste in Höhe von zehn Millionen Euro.

Am heutigen Donnerstag werden laut Lufthansa wegen des Streiks der Vereinigung Cockpit (VC) zunächst 912 Verbindungen gestrichen – darunter 82 auf der Langstrecke. Tags zuvor waren schon 876 Flüge ausgefallen. Am Mittwoch und Donnerstag zusammen sind laut Lufthansa bereits etwa 215.000 Kunden betroffen. Zehntausende werden am Freitag wohl noch hinzukommen. Die Lufthansa kündigte einen Sonderflugplan auch für den Freitag an. Er werde bis Donnerstagmittag fertiggestellt, hieß es. Betroffen seien dieses Mal innerdeutsche und europäische Verbindungen, Langstreckenflüge würden planmäßig starten. 

Die Lufthansa verlangte von der Pilotengewerkschaft, sich auf ein Schlichtungsverfahren einzulassen. "Die Forderung der VC nach einer Vergütungserhöhung von mehr als 20 Prozent geht weit über das hinaus, was andere Beschäftigtengruppen erhalten haben", sagte Personalchefin Bettina Volkens. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg verteidigte die Aktionen: "Das Lufthansa-Management zeigt weiterhin keinerlei Bewegung und hat kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt. Der Vorstand lässt nicht nur die eigenen Mitarbeiter, sondern auch die Kunden zunehmend unter dieser kompromisslosen Unternehmenspolitik leiden."