Reich, weiß, männlich: So lässt sich das Team des US-Präsidenten Donald Trump zusammenfassen. Die Berater und Minister des Milliardärs bilden zusammen das reichste Kabinett der US-Geschichte. Viele von ihnen verdienten ihre Millionen bei der Investmentbank Goldman Sachs.

Zudem hatten seit den Tagen von George Washington Militärs nicht mehr so viel Einfluss auf die US-Politik wie nun unter Donald Trump. Der US-Präsident berief mehrere ehemalige Generäle in sein Team – gegen die Gepflogenheit sogar ins Verteidigungsministerium.

Im Bereich Umwelt und Energie werden Männer das Sagen haben, die bezweifeln, gar leugnen, dass der Mensch mit seinem Verhalten den Klimawandel beeinflusst. Einige Kabinettsmitglieder fielen mit rassistischen Äußerungen auf, andere pflegten enge Kontake zu Russland. So kann etwa Außenminister Rex Tillerson, zuvor Präsident des Mineralölkonzerns ExxonMobil, mit seinen engen Verbindungen in den Kreml aufwarten.

Der Trump Tower in Manhattan glich seit der Wahl einer riesigen Jobbörse und erinnerte an Trumps Reality-TV-Show The Apprentice. Die meisten Kabinettsmitglieder wurden von Trump allerdings lediglich nominiert, müssen also noch vom Senat bestätigt werden. Seine Berater benötigen diese Zustimmung nicht. Nach dem Amtsantritt haben nun erste Bestätigungen und Vereidigungen stattgefunden.

Team Trump: Kabinett und Berater

  • H. R. McMaster: Nationaler Sicherheitsberater

    H. R. McMaster
    • Ernannt
    • Ex-Militär
    • Beruf: Generalleutnant
    • Politikerfahrung: -

    Donald Trump beschreibt ihn als "enormes Talent mit enormer Erfahrung". Und tatsächlich stimmen sowohl Republikaner als auch Demokraten in dieses Loblied auf Herbert Raymond "H. R." McMaster ein.

    Der 54-Jährige ist ein Spezialist der Widerstandsbekämpfung und war unter anderem im Irak und in Afghanistan tätig. Er absolvierte die Militärakademie West Point und promovierte in US-Geschichte. Bekannt wurde er 1997 durch ein Buch zum Vietnamkrieg, in dem er mit der damaligen politischen und militärischen Führung hart ins Gericht ging. 2014 wurde McMaster vom Time-Magazin als einer der 100 einflussreichsten Menschen aufgelistet, unter anderem wegen seiner Bereitschaft zur Kritik.

    Für Trump war McMaster nur zweite Wahl, seine Ernennung war notwendig geworden, nachdem Michael Flynn zurückgetreten war.

  • Stephen Bannon: Chefberater

    Stephen Bannon
    • Ernannt
    • Rechter Hardliner
    • Millionär/Milliardär
    • Family & Friends
    • Beruf: Banker, Publizist
    • Politikerfahrung: Donald Trumps Wahlkampfchef

    Stephen Bannon war bis 2011 Chef der ultrarechten Nachrichtenseite Breitbart News Network. Bannon scheut weder die Nähe zu Neonazis, noch schreckt er vor Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus zurück. Er war Marineoffizier, hat im Pentagon gearbeitet und ist Harvard-Absolvent. Als Banker für Goldman Sachs hat er Millionen verdient. Mit seinem Vermögen gründete Bannon 2012 das Government Accountability Institute. Die Rechercheeinrichtung soll Vetternwirtschaft und Korruption aufdecken. Mit dem Film Clinton Cash brachte das Institut Hillary Clinton während des Wahlkampfs in Bedrängnis. Bannon war bis April 2017 Trumps Berater im Weißen Haus und ständiges Mitglied im nationalen Sicherheitsrat der USA.

  • Reince Priebus: Stabschef im Weißen Haus

    Reince Priebus
    • Ernannt
    • Jurist
    • Beruf: Staatsanwalt
    • Politikerfahrung: Parteichef der Republikaner seit 2011

    Er gilt als einer der Architekten von Trumps Wahlsieg. Er war es, der das Geld der Republikaner für die Kandidatur klug einsetzte: eher weniger für teure TV-Spots, dafür verstärkt für Datenauswertung und gezielte Wählerkontakte. Nur so konnten die Republikaner dem Team von Hillary Clinton eine substanzielle Kampagne entgegensetzen. Als Stabschef im Weißen Haus wird es keinen Gesetzentwurf, keinen Staatsbesuch und kein Vier-Augen-Gespräch des Präsidenten geben, ohne dass Priebus davon wissen wird. Der erfahrene Politiker verfügt über enge Beziehungen zur republikanischen Parteiführung, besonders zum Präsidenten des Repräsentantenhauses, Paul Ryan.

  • Alexander Acosta: Arbeitsminister

    Alexander Acosta
    • Nominiert
    • Jurist
    • Beruf: Jurist
    • Politikerfahrung: War für frühere US-Regierungen tätig

    Er ist Donald Trumps zweite Wahl für die Leitung des Arbeitsministeriums: Alexander Acosta. Die Nominierung des früheren Bundesanwalts war nötig geworden, weil Andrew Puzder zurückgezogen hatte.

    Acosta ist ein erfahrener Arbeitsrechtler und wäre unter Trump auch der erste Minister mit lateinamerikanischer Herkunft. Acosta wurde 1966 geboren und ist derzeit noch an der Universität von Florida tätig. Für frühere US-Regierungen war Acosta in drei verschiedenen Positionen tätig, drei Mal bestätigte ihn der Senat. Es ist davon auszugehen, dass eine neuerliche Überprüfung keine großen Überraschungen seines Werdegangs zutage fördert.

    Wegbegleiter beschreiben Acosta als einen sorgfältigen und eher zurückhaltenden Arbeiter im öffentlichen Dienst.

  • Jared Kushner: Führender Berater im Weißen Haus

    Jared Kushner
    • Ernannt
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Family & Friends
    • Beruf: Immobilienunternehmer
    • Politikerfahrung:

    Jared Kushner ist der Ehemann von Trumps Tochter Ivanka. Die beiden haben großen Einfluss auf den Präsidenten und sollen schon dessen Personalentscheidungen maßgeblich beeinflusst haben. Eigentlich ist es US-Präsidenten untersagt, Regierungsposten an Verwandte zu vergeben. Kushners Anwalt argumentiert jedoch, dass dies auf den Beraterposten nicht zutrifft. Kushner kommt aus dem Immobiliengeschäft, ist Unternehmer und Medienmanager. 2006 kaufte er den New York Observer, der als eine der wenigen US-Zeitungen Trump unterstützt. Im Oktober 2009 heiratete er Ivanka Trump, die für ihn zuvor zum Judentum konvertiert war.

  • Kellyanne Conway: Beraterin im Weißen Haus

    Kellyanne Conway
    • Ernannt
    • Gegen Abtreibung
    • Unternehmer
    • Jurist
    • Beruf: Juristin
    • Politikerfahrung: Donald Trumps Wahlkampfmanagerin

    Dieser Frau verdankt Trump seine Präsidentschaft: Kellyanne Conway kam in der heißen Phase des Wahlkampfs in sein Team und hat es mit ihrer Strategie in Bezug auf die Wählerinnen zum Erfolg geführt. Die Juristin machte sich 1995 mit einer Agentur in Washington selbstständig, die für Unternehmen auswertete, was Konsumentinnen wollen. Im Vorwahlkampf beriet die vierfache Mutter und Abtreibungsgegnerin erst Trumps Gegner Ted Cruz, jetzt ist sie eine der engsten Mitarbeiterinnen des US-Präsidenten. Geschichte schrieb sie schon in der ersten Woche der neuen Administration, als sie von "alternativen Fakten" sprach.

  • Rex Tillerson: Außenminister

    Rex Tillerson
    • Vereidigt
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Beruf: Präsident des Mineralölkonzerns ExxonMobil
    • Politikerfahrung:

    Er kennt den russischen Präsidenten Wladimir Putin seit mehr als 20 Jahren, 2013 ehrte der Kreml ihn mit dem "Orden der Freundschaft". Politische Erfahrung hat Tillerson zwar keine, Trump schätzt an ihm aber seine persönlichen Verbindungen zu mehreren Staatschefs, heißt es. Als Präsident des Mineralölkonzerns ExxonMobil hatte Tillerson in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten zu tun. Als Chefdiplomat entscheidet Tillerson auch über Sanktionen gegen Russland mit. Weitere große Themen in seiner Amtszeit dürften neben dem Syrien-Krieg der Aufstieg Chinas und die Bedrohung durch Nordkorea sein.

  • Jeff Sessions: Justizminister

    Jeff Sessions
    • Bestätigt
    • Rechter Hardliner
    • Tea Party
    • Gegen Abtreibung
    • Ex-Militär
    • Beruf: Staatsanwalt, Senator
    • Politikerfahrung: Senator von Alabama seit 1996

    Jeff Sessions ist ein konservativer Hardliner: gegen gleichgeschlechtliche Ehe, gegen Freihandelsabkommen, gegen ein liberales Abtreibungsgesetz und für Steuersenkungen und den Irak-Krieg. In der Einwanderungspolitik gilt er selbst bei den Republikanern als radikal. Sessions ist Teil der ultrakonservativen Fundamentalopposition im Kongress und unterstützte die Tea-Party-Bewegung. 2007 wurde er vom US-Magazin National Journal in einer Liste der konservativsten Senatoren auf Platz fünf gesetzt. Sessions war drei Jahre lang Offizier der US-Armee, heute beklagt er Sparmaßnahmen im Militärhaushalt.

  • Mike Pompeo: CIA-Direktor

    Mike Pompeo
    • Vereidigt
    • Tea Party
    • Unternehmer
    • Jurist
    • Beruf: Rechtsanwalt
    • Politikerfahrung: Abgeordneter im Repräsentantenhaus

    Seit 2010 ist der Republikaner aus Kansas Mitglied des Repräsentantenhauses. Pompeo erfuhr dort vor allem im Untersuchungsausschuss zum Angriff auf die US-Botschaft im libyschen Bengasi im Jahr 2012 Aufmerksamkeit: Der 52-Jährige war dort einer der schärfsten Kritiker Hillary Clintons. Pompeo gilt als Sympathisant der Tea-Party-Bewegung. Das Atomabkommen mit dem Iran will er rückgängig machen. Pompeo leistete Militärdienst nach einer Ausbildung in West Point. Später studierte er Jura in Harvard, arbeitete als Rechtsanwalt, gründete eine Security-Firma und arbeitete in der Ölindustrie.

  • James Mattis: Verteidigungsminister

    James Mattis
    • Vereidigt
    • Ex-Militär
    • Beruf: Pensionierter General des US Marine Corps
    • Politikerfahrung:

    Trump braucht für ihn eine Ausnahmegenehmigung vom Senat, weil Mattis' Karriere beim Militär erst 2013 endete. Laut Gesetz müssen Ex-Militärs aber sieben Jahre im Ruhestand sein, bevor sie ein politisches Amt übernehmen. Mattis war bis 2013 Chef des US-Zentralkommandos, Kriegserfahrung sammelte er als Kommandeur unter anderem im Irak und in Afghanistan. Er ist Gegner des Atomdeals mit dem Iran und Kritiker von Obamas Strategie im Kampf gegen den IS. Dass Trump die Nähe zu Russland sucht, hält Mattis für einen Fehler. Der 66-Jährige gilt als Karrieresoldat. Seine drastischen Sprüche brachten ihm den Spitznamen mad dog ein – verrückter oder auch ein tollwütiger Hund.

  • Betsy DeVos: Bildungsministerin

    Betsy DeVos
    • Bestätigt
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Beruf: Geschäftsfrau
    • Politikerfahrung: Mehrere Jahre Vorsitzende der Republikaner im Bundesstaat Michigan

    Die konservative Bildungsreformerin stammt aus einer Unternehmerfamilie, ist Milliardärin und Philanthropin. Als Ministerin soll sie einen Kurswechsel in der Bildungspolitik einleiten. Ziel sei es, "Bildung auf Weltniveau" anzubieten, sagte Trump. DeVos will Eltern etwa durch Steuererleichterungen einen Anreiz zu geben, Kinder von staatlichen Schulen auf privat geleitete Einrichtungen umzumelden. Den gegenwärtigen Zustand des US-Bildungssystems bezeichnete sie als "inakzeptabel". Die Lehrergewerkschaft NEA ist empört: DeVos habe das Ziel, das staatliche Schulsystem "zu privatisieren, zu entprofessionalisieren und zu unterminieren".

  • Nikki Haley: UN-Botschafterin

    Nikki Haley
    • Vereidigt
    • Gegen Klimaschutz
    • Beruf: Buchhalterin
    • Politikerfahrung: Gouverneurin von South Carolina

    Mit ihren 44 Jahren und als Tochter indischer Einwanderer gilt sie als Außenseiterin im Team Trump. Auch hatte Haley im Wahlkampf öffentlich bekundet, sie sei "kein Trump-Fan". Als Gouverneurin von South Carolina beschäftigte sie sich mit Handels- und Arbeitsfragen und führte Handelsdelegationen ins Ausland. US-Medien berichten, sie habe als Gouverneurin "mindestens acht Auslandsreisen" unternommen. Ob sie über diplomatisches Geschick verfügt, muss Haley noch unter Beweis stellen. Trump glaubt an sie: Haley habe Deals ausgehandelt, "und wir wollen viele Deals machen".

  • John Kelly: Heimatschutzminister

    John Kelly
    • Vereidigt
    • Einwanderungsgegner
    • Ex-Militär
    • Beruf: Pensionierter Vier-Sterne-General
    • Politikerfahrung:

    Kelly, der 1970 in die Streitkräfte eingetreten war, ist dieses Jahr in den Ruhestand gegangen. Er wäre der erste Militärangehörige, der das Heimatschutzministerium leitet. Zuletzt hatte er die Aufsicht über das Gefangenenlanger Guantánamo und leitete das US-Generalkommando Süd, das für Lateinamerika zuständig ist. Wie Trump kritisiert er die US-Einwanderungspolitik und warnt vor Drogenschmuggel und Terrorismus. Medien beschrieben ihn als "Falken der Grenzsicherung". Kelly wurde dreimal im Irak eingesetzt. Er ist der ranghöchste US-Offizier, der selbst ein Kind im Einsatz verloren hat.

  • Sean Spicer: Pressesprecher und Kommunikationsdirektor im Weißen Haus

    Sean Spicer
    • Ernannt
    • Ex-Militär
    • Beruf: Kommunikationsdirektor
    • Politikerfahrung: Kommunikationsdirektor der Republikanischen Partei

    Sean Spicer ist so loyal seinem Chef gegenüber, dass er seinen Arbeitsbeginn mit der Verbreitung falscher Fakten und einer Kampfansage an die Medien begann. Nie hätten mehr Menschen die Amtseinführung eines Präsidenten gesehen, sagte Spicer – und stützte damit Trumps Behauptungen. Schnell waren beide der Lüge überführt. Spicer hat seinen Master am Naval War College in Rhode Island gemacht und ist seit 17 Jahren Marinereservist. Noch wenige Tage vor Trumps Amtseinführung war er der Kommunikationsdirektor und oberste Stratege des Republican National Committee, der Führung der Republikanischen Partei. Jetzt ist der 45-Jährige Trumps Pressesprecher und Kommunikationsdirektor im Weißen Haus.

  • Tom Price: Gesundheitsminister

    Tom Price
    • Bestätigt
    • Gegen Klimaschutz
    • Gegen Abtreibung
    • Beruf: Orthopäde
    • Politikerfahrung: Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus

    Obamacare ersetzen – das ist das erklärte Ziel von Tom Price. Seit 2005 vertritt der Republikaner den Bundesstaat Georgia im US-Repräsentantenhaus in Washington. Abtreibungsgegner bejubelten die Ernennung des Pro-Life-Anhängers. Price verfügt über praktische Erfahrungen in seinem neuen Aufgabenbereich: Er hat Medizin studiert und lange als Orthopäde gearbeitet. Price gilt als konservativ und war zuletzt Vorsitzender des Haushaltskomitees in Washington. Dort arbeitete er eng mit dem Vorsitzenden des Repräsentantenhauses Paul Ryan zusammen. Gemeinsam erarbeiteten sie republikanische Haushaltspläne zum Senken des jährlichen Defizits.

  • Steven Mnuchin: Finanzminister

    Steven Mnuchin
    • Vereidigt
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Beruf: Filmproduzent, Banker
    • Politikerfahrung:

    In den neunziger Jahren verdiente Mnuchin an der Wall Street ein Vermögen – unter anderem bei der Investmentbank Goldman Sachs. 2002 gründete Mnuchin die Produktionsfirma Dune Capital und finanzierte Hollywoodfilme. Mnuchin will den Unternehmenssteuersatz auf 15 Prozent senken. Zudem plant er eine große Steuerkürzung für Bürger mit mittlerem Einkommen und eine Vereinfachung der Steuern – nach seinen Worten "die größten steuerlichen Änderungen" seit der Präsidentschaft Ronald Reagans. Die nach der Finanzkrise eingeführten Regulierungen für Banken kritisiert Mnuchin seit Langem.

  • Wilbur Ross: Wirtschaftsminister

    Wilbur Ross
    • Bestätigt
    • Freihandelsgegner
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Beruf: Investor
    • Politikerfahrung: Berater von Rudy Giuliani in dessen Zeit als New Yorker Bürgermeister

    Noch vor Jahren war Ross in der demokratischen Partei aktiv, dennoch unterstützte er die Trump-Kampagne schon früh im Wahlkampf. Ross studierte in Yale und Harvard, später machte er Karriere im Finanzsektor. Bei der Investmentbank Rothschild war er Spezialist für Konkurse, leitete dort auch einen Private Equity Fonds, der in die Schulden von Pleitekandidaten investierte. Ende der neunziger Jahre gründete er mit Kollegen die Private-Equity-Gesellschaft WL Ross, die vor allem in der Stahl-, Kohle- und Ölindustrie investierte, angeschlagene Unternehmen übernahm und sie durch Umstrukturierungen und Zusammenlegungen für den Verkauf fit machte.

  • Ben Carson: Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung

    Ben Carson
    • Bestätigt
    • Gegen Abtreibung
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Beruf: Pensionierter Neurochirurg
    • Politikerfahrung: Scheiterte 2016 im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner

    In Carsons Biografie lebt der american dream wieder auf: Er wuchs in den fünfziger Jahren in Detroit im Bundesstaat Michigan auf. In ärmlichen Verhältnissen zog seine Mutter die Söhne Ben und Curtis allein auf. Die Grundpfeiler ihrer strengen Erziehung seien gute Bildung, Fleiß und der christliche Glaube gewesen, erinnert sich Carson heute. Er studierte in Yale und wurde mit 33 Jahren jüngster Chefchirurg der renommierten Uniklinik in Baltimore. Carson wollte 2016 selbst Präsident werden. Er ist gegen Obamacare, Homosexualität ist seiner Meinung nach eine freiwillige Entscheidung, über Political Correctness sagte er, das erinnere ihn an Nazideutschland.

  • Scott Pruitt: Leiter der Umweltschutzbehörde

    Scott Pruitt
    • Bestätigt
    • Gegen Klimaschutz
    • Jurist
    • Beruf: Anwalt
    • Politikerfahrung: Chefankläger von Oklahoma

    Der 48-Jährige gilt als Förderer fossiler Energieträger und hat die Politik der US-Umweltschutzbehörde EPA oft kritisiert. Pruitt und Trump bezweifeln, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist. Als Chefankläger des Bundesstaates Oklahoma war Pruitt ein Kämpfer gegen Barack Obamas Clean Power Plan. Im Jahr 2014 führte er nach Recherchen der New York Times eine Allianz großer Energieversorger gegen klimapolitische Regulierungen Obamas an. Er soll unter anderem als Anwalt für beteiligte Unternehmen gearbeitet haben.

  • Linda McMahon: Mittelstandsbeauftragte

    Linda McMahon
    • Vereidigt
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Beruf: Unternehmerin
    • Politikerfahrung: Kandidatin als Senatorin von Connecticut

    Die frühere Wrestlingunternehmerin wird als Mittelstandsbeauftragte für etwa 28 Millionen Firmen zuständig sein, die zusammen jeden zweiten Arbeitnehmer in den USA beschäftigen. Zwischen 1994 bis 2010 führte die 68-Jährige das auf Showkämpfe spezialisierte Unternehmen World Wrestling Entertainment. Donald Trump, der im Wahlkampf drastische Steuersenkungen und das Ende von Vorschriften für Unternehmen versprochen hatte, würdigte sie als "eine der besten weiblichen Führungskräfte des Landes". Seit 50 Jahren ist McMahon mit dem Milliardär Vince McMahon verheiratet. Im Wahlkampf unterstützte das Paar Trump unter anderem mit einer Sechs-Millionen-Dollar-Spende.

  • Rick Perry: Energieminister

    Rick Perry
    • Bestätigt
    • Gegen Klimaschutz
    • Unternehmer
    • Beruf: Landwirt
    • Politikerfahrung: Gouverneur von Texas

    Rick Perry war 2012 kurz davor, selbst US-Präsident zu werden. Dann fiel dem aussichtsreichen Bewerber der Republikaner vor laufenden Kameras das dritte Ministerium nicht mehr ein, das er abschaffen wollte. Es war das Energieministerium – als dessen Leiter ihn Trump nominiert hat. Der konservative Perry war von 2000 bis 2015 Gouverneur des Bundesstaates Texas. Er machte sich einen Namen als Unterstützer der Ölindustrie und äußerte Zweifel am Klimawandel. Allerdings unterstützte er auch den Ausbau der Windenergie. Unter Trump soll Perry daran mitwirken, die USA unabhängig von der Energie anderer Länder zu machen.

  • Gary Cohn: Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates

    Gary Cohn
    • Ernannt
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Beruf: Investmentbanker
    • Politikerfahrung:

    "Den Sumpf austrocknen" war Trumps großes Wahlkampfversprechen. Gemeint waren die Verbindungen zwischen Politik und Wall Street. Einer, der sich damit bestens auskennt, ist der Präsident der Investmentbank Goldman Sachs, Gary Cohn. Der 56-Jährige soll Chefwirtschaftsstratege in Trumps Kabinett werden. Er wird den nationalen Wirtschaftsrat leiten, ein einflussreiches Beratergremium für das Weiße Haus in Wirtschaftsfragen. Cohn kritisierte Trumps wirtschaftspolitische Vorstellungen im Wahlkampf und war als Demokrat registriert. Heute teilt er Trumps Ansichten. Und noch etwas teilen die beiden: Ex-Kollegen beschreiben Cohn als arrogant und ruppig.

  • Ryan Zinke: Innenminister

    Ryan Zinke
    • Bestätigt
    • Gegen Klimaschutz
    • Ex-Militär
    • Beruf: Geologe, Soldat
    • Politikerfahrung: Abgeordneter im Repräsentantenhaus

    Das Innenressort hat in den USA nichts mit Innerer Sicherheit zu tun – dafür sind Heimatschutz und Justiz zuständig. Es geht um die Kontrolle über ein Fünftel der öffentlichen Flächen, darunter auch die Nationalparks. Übernehmen soll es der ehemalige Marineinfanterie-Kommandeur Ryan Zinke, der Trump früh im Wahlkampf unterstützte. Der 55-jährige Republikaner sitzt seit 2015 für den Bundesstaat Montana im US-Repräsentantenhaus, wo sich der studierte Geologe für die Lockerung von Umweltauflagen stark gemacht hat. Trump hatte angekündigt, er wolle mehr Ölbohrungen und Bergbau auf Staatsgebiet erlauben.

  • Elaine Chao: Verkehrsministerin

    Elaine Chao
    • Vereidigt
    • Beruf: Ökonomin
    • Politikerfahrung: Arbeitsministerin unter George W. Bush

    Für Trump hat der Aus- und Umbau der Infrastruktur Priorität. Elaine Chao könnte ihm mit Expertise und einem guten Netzwerk in Washington behilflich sein. Unter George W. Bush leitete sie das Ministerium für Arbeit. Ihre Kabinettskollegen schätzten sie, anders die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer. Diese warfen ihr vor, die Interessen von Unternehmen und Konzernen mit Vorrang zu behandeln. Geboren in Taiwan zog Chao im Alter von acht Jahren in die USA. Ihr Vater baute dort ein Reederei-Imperium auf. Sie studierte Ökonomie unter anderem in Harvard. Chao ist verheiratet mit Mitch McConnell, Mehrheitsführer der Republikaner im Senat.

  • Jason Greenblatt: Chefunterhändler

    Jason Greenblatt
    • Ernannt
    • Jurist
    • Family & Friends
    • Beruf: Jurist
    • Politikerfahrung:

    Wenn Donald Trump einen Vertrauten in seinem Machtkreis hat, der nicht zur Familie gehört, dann ist es Jason Greenblatt. Der Sohn ungarisch-jüdischer Flüchtlinge arbeitet seit 1997 für den neuen Präsidenten, zuletzt als Chefjustiziar und Vizepräsident der Trump Organization. Im Wahlkampf hatte Greenblatt seinen Chef auch in der Nahostpolitik beraten. Im Palästina-Konflikt favorisiert er eine Zweistaatenlösung. Israelische Siedlungen hält er im Friedensprozess nicht für hinderlich. Diese Funktion soll Greenblatt weiter erfüllen. Außerdem wird er sich als Chefunterhändler mit der Handelspolitik beschäftigen.

  • Robert Lighthizer: Handelsbeauftragter

    Robert Lighthizer
    • Nominiert
    • Freihandelsgegner
    • Jurist
    • Beruf: Anwalt
    • Politikerfahrung: Vizehandelsbeauftragter

    Robert Lighthizer soll beim Abschluss neuer Handelsabkommen helfen, die den Interessen der US-amerikanischen Arbeiter Vorrang einräumen, sagt Trump. Der Anwalt war in den achtziger Jahren Vizehandelsbeauftragter unter Ronald Reagan. Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst arbeitete Lighthizer als Anwalt für US-Klienten aus der Stahlbranche in Antidumping-Fällen. Er trug er dazu bei, dass für chinesische Hersteller höhere Zölle eingeführt wurden. Lighthizer hat wie Trump angekündigt, die Handelsbeziehungen mit China und Mexiko verändern zu wollen. Er gilt als Kritiker von Freihandelsabkommen.

  • Dan Coats: Geheimdienstdirektor

    Dan Coats
    • Bestätigt
    • Gegen Abtreibung
    • Jurist
    • Beruf: Politiker, Jurist
    • Politikerfahrung: Senator von Indiana, US-Botschafter in Deutschland

    Mit der Nominierung von Dan Coats zum Geheimdienstdirektor ist Donald Trump ein politisches Kunststück gelungen. Wochenlang hatte der gewählte Präsident die Geheimdienste diskreditiert. Und doch konnte er mit Coats einen Republikaner gewinnen, der in den USA über Parteigrenzen hinweg respektiert wird. Coats saß 16 Jahre für den Bundesstaat Indiana im Senat und war lange Mitglied in den Ausschüssen für die Streitkräfte und Geheimdienste. Für die erste Regierung von George W. Bush war er im Jahr 2000 als Verteidigungsminister im Gespräch, wurde dann aber Botschafter in Deutschland. Coats gilt im Gegensatz zu Trump als Russlandkritiker.

  • Carl Icahn: Berater für Regulierungsfragen

    Carl Icahn
    • Ernannt
    • Politisch unerfahren
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Family & Friends
    • Beruf: Topmanager
    • Politikerfahrung:

    Der 80-jährige Milliardär und langjährige Freund Trumps soll ihn in Regulierungsfragen beraten. Schon in der Wahlnacht sagte Icahn, nun sei Schluss mit den Regulierungen der Obama-Regierung. Endlich könne wieder big business gemacht werden – ohne Störungen durch den Staat. Icahn begann in den sechziger Jahren an der Wall Street, später hatte er Führungspositionen in zahlreichen US-Unternehmen inne. Heute ist er Vorsitzender der Icahn Enterprises, einer Holdinggesellschaft, die in Bereichen wie Immobilien oder Vermögensverwaltung tätig ist. Icahn wird als corporate raider – als Unternehmensplünderer – bezeichnet.

  • Peter Navarro: Leiter des nationalen Handelsrats

    Peter Navarro
    • Ernannt
    • Freihandelsgegner
    • Beruf: Wirtschaftsprofessor
    • Politikerfahrung:

    "Verteidigt Amerika, schützt eure Familie: Kauft keine Produkte, die in China produziert wurden." So beginnt ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2012, der auf Peter Navarros Buch Tod durch China basiert. Der Universitätsprofessor beschuldigt darin die Regierung in Peking, Zehntausende US-amerikanische Unternehmen und Millionen Arbeitsplätze zerstört zu haben. Auch Freihandelsabkommen lehnt Navarro ab. Navarro lehrt an der University of California, Irvine. Trump lobte ihn als visionären Ökonomen, der künftig dem neu geschaffenen Nationalen Handelsrat vorstehen soll. Trump hat bereits ein schärferes Vorgehen gegen China angekündigt.

  • Rudy Giuliani: Berater für Cybersicherheit

    Rudy Giuliani
    • Ernannt
    • Unternehmer
    • Jurist
    • Beruf: Anwalt
    • Politikerfahrung: Bürgermeister von New York 1994 bis 2001

    Niemand hat Trump im Wahlkampf so engagiert unterstützt wie Rudy Giuliani. Von Beginn an konnte der Milliardär auf die Unterstützung des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters zählen. Giuliani wird den Präsidenten nun zum Thema Internetsicherheit beraten. In den ersten 90 Tage seiner Amtszeit will Trump einen Aktionsplan vorlegen. Der frühere Staatsanwalt Giuliani soll die Ausarbeitung neuer Abwehrstrategien anstoßen, da er laut Trump "eine lange und sehr erfolgreiche Laufbahn in der Politik und Justiz" hinter sich hat. Giuliani leitet seit Jahren eine Firma für internationale Sicherheitsberatung.

  • Sonny Perdue: Landwirtschaftsminister

    Sonny Perdue
    • Nominiert
    • Unternehmer
    • Beruf: Tierarzt
    • Politikerfahrung: Ex-Gouverneur des US-Bundesstaats Georgia

    Der Ex-Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia betrachtete seine Jahre in der Politik bislang als Unterbrechung seiner sonstigen Karriere. Auch hält er den Republikanern erst seit 1997 die Treue. Zuvor ließ er sich bei den Demokraten aufstellen. Perdue bringt jahrelange Erfahrung im Landwirtschaftssektor mit. Der gelernte Tierarzt gründete unter anderem ein Unternehmen, dass sich auf den Export von US-Gütern spezialisiert hatte. Kritiker halten dem 70-Jährigen allerdings vor, zu eng an der Seite und teils auf der Gehaltsliste großer Agrar- und Chemiefirmen zu stehen.

  • David J. Shulkin: Leiter des Ministeriums für Veteranen

    David J. Shulkin
    • Bestätigt
    • Beruf: Arzt
    • Politikerfahrung: Staatssekretär im Kriegsveteranenministerium

    Es wäre ein Novum im Ministerium der Kriegsveteranen: Mit dem 57-jährigen Shulkin würde erstmals ein Nicht-Veteran die Behörde führen. Fremd ist ihm das Ministerium nicht, Shulkin arbeitet dort seit 2015 als Staatssekretär und war damit bereits für 1.700 Krankenhäuser und die Versorgung von fast neun Millionen Veteranen zuständig.

    Shulkin ist Arzt und war als solcher viele Jahre im privaten Gesundheitssektor tätig. Wie bereits unter Barack Obama soll er auch künftig dafür sorgen, dass US-Veteranen eine gute medizinische Versorgung haben.

  • Mick Mulvaney: Leiter des Amtes für Verwaltung und Haushaltswesen

    Mick Mulvaney
    • Bestätigt
    • Tea Party
    • Jurist
    • Beruf: Jurist
    • Politikerfahrung: Mitglied des US-Repräsentantenhauses

    Mulvaney vertritt den Bundesstaat South Carolina seit 2011 im US-Repräsentantenhaus. Der 49-Jährige studierte Internationale Wirtschaft und Jura und arbeitete ab 1992 in einer Kanzlei. Später stieg er ins Immobiliengeschäft ein.

    Der Familienvater ist erklärter Gegner des Establishments und gehört der konservativen Tea-Party-Bewegung an. Vor seiner Anhörung im Senat geriet der designierte Minister in die Schlagzeilen, weil er für einen Haushaltsangestellten zu wenig Steuern bezahlt hatte.

    Trump glaubt an Mulvaneys Fähigkeiten, die hochverschuldeten USA davor zu retten, "in roter Tinte zu versinken".

  • Mike Flynn: Oberster Berater für Nationale Sicherheit

    Mike Flynn
    • Zurückgetreten
    • Ex-Militär
    • Beruf: Ex-General der US-Armee
    • Politikerfahrung:

    Bereits in den ersten Wochen stolperte Michael Flynn über ein Telefonat, das er mit dem russischen Botschafter in den USA vor Trumps Amtsantritt geführt hatte. Weil es in dem Telefonat offenbar auch um US-Sanktionen gegen Russland gegangen war, trat Flynn am 13. Februar von seinem Amt zurück.

    Der ehemalige Drei-Sterne-General der US Army hatte im Wahlkampf vor Veteranen und Soldaten für Trump geworben. Flynn nannte Barack Obama einen Lügner, die US-Justiz bezeichnete er als korrupt, Hillary Clinton verglich er mit den Milizen der Terrororganisation Al-Kaida, die er in Afghanistan bekämpft hatte.

    Lange galt Flynn als brillanter Stratege. Doch sein Engagement für Trump brachte ihm die Kritik anderer Generäle ein. Heute gilt er als Außenseiter in der Sicherheitsszene.

  • Andrew F. Puzder: Arbeitsminister

    Andrew F. Puzder
    • Zurückgezogen
    • Unternehmer
    • Beruf: Unternehmer
    • Politikerfahrung:

    Trump wollte einen Gegner des Mindestlohns, der seine Burgerkette mit Kampagnen halbnackter Frauen bewirbt, zum Arbeitsminister machen. Puzder ist als Unternehmer gegen jegliche Regulierungen und die Gesundheitsreform. Überstunden sollten seiner Meinung nach nicht bezahlt werden, weil das kleinen Unternehmen schade und Geringqualifizierten die Jobs nehme. Seine Berufung war auch eine Kampfansage an die Gewerkschaften. Puzder wäre der wohl unerfahrenste Arbeitsminister seit den achtziger Jahren geworden, er sollte die “American jobs” bringen, die Trump versprochen hat.

  • Philip Bilden: Marineminister

    Philip Bilden
    • Zurückgezogen
    • Politisch unerfahren
    • Unternehmer
    • Millionär/Milliardär
    • Beruf: Geschäftsmann
    • Politikerfahrung: Keine

    Die Nominierung von Philip Bilden als US-Marineminister war von vornherein kompliziert. Würde sich der Geschäftsmann und Investor von seinen vielen Beteiligungen lösen können? Am Ende war Bilden sich selbst nicht so sicher: Dass er seine Kandidatur zurückzog, begründete Bilden mit den "bedeutenden Herausforderungen bei der Trennung von seinen Geschäftsinteressen".