US-Präsident - Trump trifft japanischen Regierungschef Zum ersten Mal hat US-Präsidenten Donald Trump einen ausländischen Regierungschef getroffen. Er hoffe auf ein vertrauensvolles Verhältnis, sagte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. © Foto: Reuters

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat erstmals einen amtierenden Regierungschef empfangen. Am Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe nahmen auch Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner teil. Der Gast zog nach dem Treffen ein positives Fazit. "Ich bin überzeugt, dass Herr Trump eine Führungspersönlichkeit ist, zu der ich großes Vertrauen haben kann", sagte Abe.

Das Gespräch sei "sehr offen und in einer sehr warmen Atmosphäre" geführt worden, sagte Abe. Er habe mit Trump weitere Treffen vereinbart, bei denen Themen von beiderseitigem Interesse vertieft werden sollten. Zum genauen Inhalt des Treffens machten die Beteiligten keine Angaben.

Trump traf unterdessen eine weitere Personalentscheidung. Nach Angaben seines Übergangsteams soll der pensionierte Generalleutnant Michael Flynn das Amt des nationalen Sicherheitsberaters erhalten. Ob Flynn die Offerte annimmt, blieb unklar.

Flynn war früher Direktor des Militärgeheimdiensts DIA. Im jüngsten Präsidentschaftswahlkampf galt er als enger Berater Trumps, zur Zeit arbeitet Flynn mit dem Übergangsteam in Fragen der nationalen Sicherheit zusammen. Anwärter auf den Posten des nationalen Sicherheitsberaters müssen sich keinem Bestätigungsprozedere im Senat stellen. Das Amt ist im Weißen Haus angesiedelt, der Inhaber hat traditionell oft Zugang zum Präsidenten.

Romney als Außenminister?

Spekuliert wird weiterhin über den Posten des Außenministers. Trump könnte das Amt laut Quellen in seinem Team  überraschend dem prominenten Republikaner Mitt Romney anbieten. Für Samstag sei ein allgemeines Gespräch zwischen Trump und Romney geplant, berichteten US-Medien.

In der Partei ist Romney einer der wichtigsten Kritiker des Wahlsiegers. Im März hatte er den Immobilienmilliardär Trump als "Angeber und Hochstapler" bezeichnet und die Parteimitglieder aufgerufen, jedem anderen Bewerber um die offizielle Kandidatur der Partei ihre Stimme zu geben. Romney selbst war bei der Präsidentschaftswahl 2012 der Kandidat der Republikaner und unterlag gegen Amtsinhaber Barack Obama.

Das Treffen am Samstag wird als Friedensangebot Trumps gewertet. Der 70-Jährige hat für den Posten des Chefdiplomaten bereits eine Kandidatenliste, auf der der New Yorker Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani und der frühere UN-Botschafter John Bolton stehen.

Newt Gingrich, ehemaliger Sprecher des Abgeordnetenhauses, wird der Regierung Trumps laut einem Bericht der Washington Post dagegen überraschend nicht angehören. Gingrich selbst habe dies am Telefon bestätigt. Auch er war unter anderem als Außenminister gehandelt worden.