Nikki Haley - Trump macht frühere Gegnerin zur UN-Botschafterin Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, soll neue US-Botschafterin für die Vereinten Nationen werden. Die 44-jährige Tochter indischer Einwanderer und Trump-Kritikerin ist die erste von zwei bestätigten Frauen in Trumps Kabinett. © Foto: Chris Keane/Reuters

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat erstmals zwei Frauen für Posten in seiner Regierung nominiert. Die Gouverneurin des südlichen Bundesstaates South Carolina, Nikki Haley, soll neue US-Botschafterin für die Vereinten Nationen werden. Die Unternehmerin und Philanthropin Betsy DeVos will der Republikaner zur Bildungsministerin machen, wie er am Mittwoch mitteilte. Beiden Personalien muss der Senat zustimmen. In den USA hat der Posten des UN-Botschafters Kabinettsrang.

Bislang hatte Trump nur Männer in seine Regierung geholt. DeVos löst den Demokraten John King ab. Sie ist auf der nationalen Ebene bislang kaum in Erscheinung getreten. Trump bezeichnete sie als "brillante und leidenschaftliche Bildungsaktivistin". 

Haley war seit einigen Tagen für ein Amt im Gespräch. Sie würde im Januar auf UN-Botschafterin Samantha Power folgen. "Sie wird uns als großartige Anführerin auf der Weltbühne vertreten", sagte Trump. Die Tochter indischer Einwanderer hat als Gouverneurin zwar mehrere Handelsdelegationen angeführt, um etwa Wirtschaftsbeziehungen South Carolinas mit Unternehmen in Indien, Japan oder Deutschland zu verbessern. Ansonsten besitzt sie aber kaum außenpolitische Expertise und hatte auch keinen Posten auf Bundesebene inne. Haley habe Verträge ausgehandelt, sagte Trump, "und wir wollen viele Deals machen". 

Im vergangenen Jahr machte sie mit der Forderung Schlagzeilen, die umstrittene Konföderierten-Flagge vom Kapitol in dem südlichen Bundesstaat zu entfernen. Das brachte ihr über Parteigrenzen hinweg Anerkennung ein. 

Kaum außenpolitische Erfahrung

Für ihren Job benötigen UN-Botschafter diplomatisches Geschick und Sachkenntnis über politische Konflikte in der Welt. Unter den 193 UN-Mitgliedstaaten nehmen die USA als mächtige Wirtschafts- und Militärmacht mit ständigem Sitz und Veto-Recht im Sicherheitsrat immer noch eine Sonderrolle ein. Dort werden viele internationale Konflikte diplomatisch ausgefochten, etwa zu Syrien, zwischen Israel und den Palästinensern oder den Atomtests Nordkoreas. Häufig hatten UN-Botschafter zuvor Posten im Außenministerium oder im Weißen Haus inne. 

Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft begrüßte Haleys Ernennung und zeigte sich zuversichtlich, dass das britische Verhältnis zu den USA weiter gestärkt würde. "Sie wird eine starke Leistungsbilanz aus South Carolina mitbringen", sagte Rycroft. Israels UN-Botschafter Danny Danon bezeichnete Haley als "jahrelange und wahre Freundin Israels."

Im Wahlkampf zählte Haley zu Trumps Kritikern

Im Wahlkampf hatte Trump mit abfälligen Äußerungen über Frauen und Einwanderer auch in der eigenen Partei für scharfe Kritik gesorgt. Haley warf ihm damals vor, sich nicht deutlich genug von Rechtsextremisten zu distanzieren.  Er sei "alles, was ein Gouverneur sich nicht von einem Präsidenten wünscht", sagte sie. Im Oktober erklärte sie schließlich, Trump zu wählen, obwohl sie "kein Fan" sei.Dass Trump sie nun einbindet, gilt als Anzeichen dafür, dass er nach dem erbittert geführten Wahlkampf auf seine Kritiker zugehen will.

Betsy DeVos war Vorsitzende der republikanischen Partei in Michigan und tritt seit Jahren für eine Reform des Schulsystems ein. Die 58-Jährige fordert Gelder dafür, dass Eltern über die öffentlichen Schulen hinaus entscheiden können, in welche Einrichtung sie ihr Kind schicken. DeVos ist Vorsitzende einer Investmentfirma und ist Milliardärin.

Zudem hat Trump seinem einstigen Konkurrenten bei den Vorwahlen, Ben Carson, einen Kabinettsposten angeboten, wie ein Sprecher des früheren Neurochirurgen bekanntgab. Trump habe ihm das Amt als Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung in Aussicht gestellt. Der 65-jährige Afroamerikaner hatte sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben, die jedoch Trump gewann. Carson selbst kündigte nun an, es werde bald eine Erklärung zu seiner künftigen Rolle abgeben.