Sein Team, seine Politik und sein Verhältnis zu Journalisten: Donald Trump hat bei seinem Besuch in der Redaktion der New York Times über seine kommende Amtszeit gesprochen und dabei auch beteuert, er sei an einem guten Verhältnis zu den New Yorker Journalisten interessiert. Es würde seine Arbeit erleichtern, sagte der designierte US-Präsident nach Angaben des New-York-Times-Journalisten Mike Grynbaum, der via Twitter über Trumps Besuch berichtete.

Demnach habe Trump bei seiner Ankunft gesagt, er habe "sehr großen Respekt für die New York Times". Aber er sei von niemandem härter angegangen worden als von den dortigen Journalisten und er sei unfair behandelt worden. Während etwa die Washington Post noch ab und an einen guten Artikel über ihn veröffentlicht hätte, sei dies bei der New York Times nicht der Fall gewesen, sagte Trump.

Trump wurde von den Journalisten unter anderem gefragt, ob er denke, er habe die Alt-Right-Bewegung während seines Wahlkampfs befeuert. Diese Bewegung ist ein loser Zusammenschluss rechtsradikaler Weißer, die sich nach dem Wahlsieg Trumps Chancen ausrechnen, den ideologischen Unterbau für dessen Politik zu liefern. Sie hatten seinen Sieg unter anderem mit Nazi-Sprüchen und dem Hitlergruß gefeiert.

Trump distanzierte sich von der Bewegung: Er wolle keiner spezifischen Gruppe Antrieb geben und erkenne die Alt-Right-Bewegung nicht an, sagte der designierte US-Präsident. Wenn sich die Bewegung durch seinen Sieg bestätigt fühle, wolle er sich das genauer ansehen, sagte der designierte US-Präsident.

In Zusammenhang mit der radikalen Alt-Right-Bewegung kam die Sprache auch auf Stephen Bannon, Trumps künftigen Chefberater im Weißen Haus, der bis 2011 Chef der ultrarechten Nachrichtenseite Breitbart News war. Trump verteidigte die Personalie: "Wenn ich der Ansicht wäre, dass er Rassist oder Alt-Right-Anhänger oder irgendetwas in der Art ist, dann würde ich nicht darüber nachdenken, ihn einzustellen." Auch Breitbart News verteidigte Trump: Dies sei lediglich "eine Publikation". Die dortigen Journalisten würden Geschichten schreiben, wie dies auch bei der New York Times üblich sei, sagte der künftige US-Präsident.

Es sei "sicherlich ein sehr viel konservativeres Blatt", dennoch sei Breitbart sehr erfolgreich in dem, was es tue und berichte nicht nur über rechte, sondern auch über linke Themen. Das sei ein "wirklich großes Ding", sagte Trump. Bezüglich Bannon fügte Trump hinzu: "In erster Linie bin ich es, der die Entscheidungen trifft."

Trump zögert bei Strafverfolgung gegen Clinton

Gegenüber seiner Rivalin Hillary Clinton, die er im Wahlkampf stets hart angegangen hatte, zeigte Trump Milde: "Ich will den Clintons nicht wehtun." Hillary Clinton habe in vielerlei Hinsicht leiden müssen. Auf die Frage, ob er eine strafrechtliche Verfolgung gegen die Demokratin tatsächlich nicht weiterverfolgen wolle, äußerte er sich ausweichend: Es sei ihm derzeit kein starkes Bedürfnis, sagte Trump.

Im Wahlkampf hatte Trump die Einsetzung eines Sonderermittlers gegen Clinton angekündigt, wegen deren Gebrauchs eines privaten E-Mail-Servers als Außenministerin. Nach seinem Wahlsieg hatte Trump dann angedeutet, dass er einlenken könnte. Er wolle die im Wahlkampf aufgerissenen Gräben überwinden und das Volk einen, sagte er.

Auch gegenüber dem amtierenden Präsidenten Barack Obama zeigte sich Trump versöhnlich. Sein Treffen mit Obama sei toll gewesen. "Ich mochte ihn sehr", sagte Trump. Obama habe ihm im Weißen Haus erklärt, was aus seiner Sicht derzeit die größten Probleme seien – und welches das größte. Näher äußerte sich Trump vor den Journalisten dazu aber nicht mehr.

Gewisser Zusammenhang zwischen Klimawandel und Mensch

Auf Fragen bezüglich des Klimawandels antwortete Trump lediglich, er habe bei diesem Thema keine vorgefertigte Meinung. Dass der Klimawandel von Menschen verschuldet sei, stellte er nicht gänzlich in Abrede, fügte aber hinzu, dies hänge "davon ab, in welchem Umfang". Wichtig sei ihm bei der Diskussion über den Klimawandel und Regulierungen, dass die Kosten der heimischen Unternehmen und deren Wettbewerbsfähigkeit berücksichtigt würden.

Auf die Frage, ob sich die USA unter seiner Führung aus internationalen Klimaabkommen zurückziehen würden, sagte Trump: "Ich werde das sehr genau prüfen." Im Wahlkampf hatte Trump einen menschengemachten Klimawandel negiert und gesagt, er wolle entsprechende Vereinbarungen aufkündigen.

Die USA haben aus Sicht Trumps auch nicht die Verpflichtung, anderen Ländern zu sagen, was sie tun hätten. In Bezug auf den Krieg in Syrien sagte er, dieses Problem müsse gelöst werden. Er habe eine "ganz andere Meinung als alle anderen" bezüglich dieses Krieges. Wie diese aussieht, verriet er aber nicht. Stattdessen könne er sich aber vorstellen, dass sein Schwiegersohn Jared Kushner dabei helfen könnte, den Nahostkonflikt zu lösen. Kushner ist orthodoxer Jude und verheiratet mit Ivanka Trump, die zum Judentum übertrat, als sie 2009 heirateten. Trump sagte, wenn er erreichen könnte, dass zwischen Israel und den Palästinensern ein Friedensabkommen geschlossen würde, wäre das für ihn ein großer Erfolg.

Im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, er wolle Jerusalem als "unteilbare Hauptstadt" Israels anerkennen. Die israelische Rechte verspricht sich von Trump Erleichterungen bei der Siedlungspolitik in den palästinensischen Gebieten und ein Abrücken der USA von den Gesprächen über einen eigenständigen Palästinenserstaat. Der amtierende US-Außenminister John Kerry bemühte sich lange Zeit intensiv um Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern, scheiterte damit jedoch. Seit zweieinhalb Jahren sind die Gespräche nicht mehr vorangekommen.