Was wird diese Woche wichtig – so heißt das gemeinsame Audioformat von ZEIT ONLINE und detektor.fm zum Wochenstart. Jeden Montagvormittag analysieren und kommentieren Kollegen von ZEIT ONLINE im Gespräch mit den Moderatoren des Internetradios die großen politischen und gesellschaftlichen Themen der Woche – um 8.45 Uhr live auf detektor.fm und anschließend hier zum Nachhören.

Jetzt soll es endlich klappen: Am Sonntag bestimmen die Österreicher ein neues Staatsoberhaupt. Die Auszählung könnte sich hinziehen, hieß es vorsorglich von der Wahlbehörde. Denn die Abstimmung ist die Wiederholung der Stichwahl vom 22. Mai – und jetzt will man endlich alles richtig machen. Ende Mai hatte die rechte FPÖ Einspruch gegen die erste Wahl eingelegt, dann scheiterte die Durchführung an fehlerhaften Umschlägen.

Norbert Hofer (FPÖ) gegen Alexander Van der Bellen (Grüne): Bei der Wahl geht es um viel. Es ist eine Richtungsentscheidung für das Land. Kein Kandidat der Volksparteien aus der politischen Mitte hat es in die Stichwahl geschafft, jetzt werben der linke Van der Bellen und der rechte Hofer um die Stimmen der politischen Mitte. Anfangs dominierten schrille Tönen mit persönlichen Angriffen unter der Gürtellinie, nun wurden die Auseinandersetzungen etwas zivilisierter – keiner der beiden will gemäßigte Wähler verschrecken.

Wie die Wahl ausgeht, ist völlig offen. Aber sie wird Österreich verändern. Die FPÖ hat bereits mehrfach mit einem EU-Austritt Österreichs kokettiert. Hofer lehnt Angela Merkels Flüchtlingspolitik ab und will gegen Minderheiten vorgehen.

Bei der Abstimmung in Italien geht es hingegen darum, den Staatsapparat zu verschlanken, wofür die Verfassung geändert werden muss. Die Bürger verstehen das Votum aber inzwischen als Abstimmung über Regierungschef Matteo Renzi und dessen Politik. Renzis Gegner, die einst die Verfassungsreform mitentwickelt haben, machen nun gegen ihn mobil. Umfragen zufolge unterstützte ein Großteil der Italiener lange die Reform – inzwischen deutet sich eine Ablehnung an. 

Das Brisante daran ist, dass Renzi seine politische Zukunft mit dem Ausgang des Referendums verbunden hat. Sollte er zurücktreten, könnten antieuropäische Kräfte wie die populistische Bewegung Fünf Sterne oder die rechte Lega Nord an die Macht kommen. Gleichzeitig stecken Italiens Banken und die Wirtschaft in ernsten Schwierigkeiten, sie sind womöglich bald auf Hilfe aus Europa angewiesen.

Hier das Gespräch zum Nachhören: