Die südkoreanische Justiz hat die Schlüsselfigur des Skandals um Präsidentin Park Geun Hye in Gewahrsam genommen. Die langjährige Park-Vertraute Choi Soon Sil werde festgehalten, weil sie sonst fliehen oder Beweise vernichten könnte, teilte die Staatsanwaltschaft in Seoul der Nachrichtenagentur Yonhap mit. Choi befinde sich zudem "in einem extrem instabilen psychischen Zustand", hieß es weiter. Das Gewahrsam sei zunächst auf 48 Stunden befristet.

Der 60-jährigen Choi, einer langjährigen Freundin der Präsidentin, wird vorgeworfen, sich ohne offizielle Funktion massiv in die Regierungsgeschäfte eingemischt zu haben. Auch steht sie unter Betrugsverdacht. Die Affäre sorgt in Südkorea seit einigen Tagen für Schlagzeilen. Berichten zufolge soll Choi die Präsidentin in politischen Fragen beraten, sie auf Spitzentreffen vorbereitet und ihre Reden überprüft haben.

Park stehe praktisch unter der Kontrolle ihrer langjährigen Freundin, hieß es in den Berichten. Choi soll ihre Beziehungen zur Präsidentin auch dazu genutzt haben, um südkoreanische Unternehmen wie Samsung zu Spenden für zwei von ihr gegründete gemeinnützige Stiftungen zu drängen. Park hatte eingeräumt, während des Wahlkampfs und noch nach ihrem Amtsantritt 2013 die Hilfe Chois in Anspruch genommen zu haben. Am vergangenen Samstag forderten Tausende von Südkoreanern bei Protesten gegen die Regierung in Seoul den Rücktritt Parks.

Choi war am Sonntag von einem längeren Aufenthalt in Deutschland zurückgekehrt und hatte sich den Ermittlern gestellt. Sie ist die Tochter des Sektengründers Choi Tae Min, der bis zu seinem Tod 1994 Parks Mentor war.