In Südkorea sind erneut Hunderttausende gegen Präsidentin Park Geun Hye auf die Straße gegangen. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten in der Nähe des Präsidentenpalastes in Seoul auf 260.000, die Organisatoren sprachen hingegen von einer Million Teilnehmern. Es war das fünfte Wochenende in Folge, an dem Südkoreaner den Rücktritt Parks wegen eines Korruptionsskandals fordern.

Präsidentin Park soll zugelassen haben, dass eine Vertraute ohne Regierungsamt Einfluss auf Regierungsentscheidungen nehmen konnte und sich dabei auch noch um Millionen bereicherte. Dabei geht es um Parks langjährige Freundin Choi Soon Sil. Die südkoreanische Staatsanwaltschaft warf der Präsidentin vergangene Woche vor, in kriminelle Geschäfte von Choi verwickelt gewesen zu sein. Parks Sprecher Jung Youn Kuk wies die Vorwürfe zurück und warf der Staatsanwaltschaft Rufmord vor.

Der unbeliebten Präsidentin könnte bereits kommende Woche ein Versuch des Parlaments drohen, sie des Amtes zu entheben. Die größte Oppositionspartei hatte angekündigt, den Abgeordneten einen entsprechenden Antrag bis zum 9. Dezember vorzulegen. Sogar einige Mitglieder von Parks Regierungspartei haben gesagt, sie wollten für eine Amtsenthebung stimmen. Es tue der Partei gut, sich von der Präsidentin zu distanzieren, hieß es. 2017 steht in Südkorea die nächste Präsidentenwahl an.