Atomkatastrophe - Ein neuer Stahlmantel für Tschernobyl Ein neuer Stahlmantel soll den 1986 havarierten Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine abdecken. So soll das Austreten gefährlicher Strahlung verhindert werden. Der alte Beton-Sarkophag hatte Risse bekommen. © Foto: Genya Savilov/AFP/Getty Images

Mehr als 30 Jahre nach der verheerenden Explosion im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl wird heute eine neue Schutzhülle für den 1986 zerstörten Reaktor übergeben. Der riesige Stahlmantel soll für die nächsten 100 Jahre einen Austritt von Strahlen verhindern und vor Umwelteinflüssen schützen.

Zu der Übergabe werden auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sowie der ehemalige Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation, Hans Blix, erwartet. Ein System aus Spezialschienen und Hydraulik hatte die Hülle in den vergangenen 14 Tagen auf die Anlage geschoben.

"Ich bin unterwegs nach Tschernobyl zu einem historischen Tag", schrieb der Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Suma Chakrabarti, bei Twitter. Die Bank hatte die Geldgeber für die zwei Milliarden Euro teure Hülle zusammengebracht.

Die mehr als 36.000 Tonnen schwere Konstruktion gilt als das größte bewegliche Bauwerk der Welt. Sie soll einen Betonsarkophag ergänzen, der von der Sowjetunion nach der Kernschmelze von 1986 eilig errichtet worden war. Sowjetische Arbeiter hatten damals unter Einsatz ihres Lebens eine provisorische Schutzhülle aus Sand und Blei aufgebaut, die später mit Stahl und Beton überzogen worden war.

Am 26. April 1986 war ein Test in Tschernobyl außer Kontrolle geraten, Reaktor 4 explodierte. Die radioaktive Wolke breitete sich von der damaligen Sowjetrepublik über Westeuropa aus. 

Wie ein Gespenst

So breitete sich die Wolke in den ersten Tagen nach dem Unfall aus:

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