Das Übergangsteam des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat die Personalentscheidungen für zentrale Posten seiner Regierung bekannt gegeben. Neuer Justizminister soll der rechtskonservative Senator von Alabama, Jeff Sessions, werden. Leiter des Auslandsgeheimdienstes CIA werde der Abgeordnete Mike Pompeo, der wie Trump ein Kritiker des Atomabkommens mit dem Iran ist. Er zählt zur ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung. Den einflussreichen Posten des Nationalen Sicherheitsberaters übernimmt der frühere General Michael Flynn, der Trump schon im Wahlkampf in Sicherheitsfragen beraten hat. 

Sessions, Flynn und Pompeo hätten ihr Einverständnis für die genannten Positionen gegeben, hieß es vom Übergangsteam. Die Ernennung des Justizministers und des CIA-Direktors bedarf der Zustimmung des Senats, nicht jedoch die Ernennung des Sicherheitsberaters.

Sessions teilte mit, er unterstütze "mit Enthusiasmus" Trumps Vision von Amerika. Wie Trump ist er für eine harte Linie gegen illegale Einwanderung bekannt. Er lehnt es ab, Migranten ohne korrekte Papiere eine Brücke zur US-Staatsbürgerschaft zu bauen. Trumps Ankündigung, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer errichten zu wollen, hatte er begrüßt. Vorwürfe von Kritikern, er sei Rassist, hat er wiederholt zurückgewiesen.

Auch in anderen Bereichen ist Sessions ein konservativer Hardliner: gegen gleichgeschlechtliche Ehe, gegen Freihandelsabkommen, gegen ein liberales Abtreibungsgesetz und für Steuersenkungen und den Irak-Krieg. Mehrfach musste Sessions sich für radikale Äußerungen entschuldigen, zum Beispiel zum Ku-Klux-Klan.

Möglicherweise werden am Wochenende weitere wichtige Posten vergeben. Am Samstag werde Trump sich unter anderem mit dem früheren Präsidentschaftskandidaten und Trump-Kritiker Mitt Romney treffen, der als Außenminister gehandelt wird, teilten Trumps Mitarbeiter mit.

Neuer CIA-Chef gegen Abkommen mit dem Iran

Anders als bei Sessions ist die Berufung von Pompeo zum CIA-Chef eine Überraschung. Der 52-jährige Abgeordnete aus Kansas hatte die Ankündigung Trumps, das Atomabkommen mit dem Iran zu kippen, mit den Worten kommentiert: "Ich freue mich, dass dieses katastrophale Abkommen mit dem größten staatlichen Förderer von Terrorismus wieder abgewickelt wird." Pompeo hatte die US-Militärakademie West Point als Klassenbester abgeschlossen und nach seinem Dienst bei der Armee eine Luftfahrtgesellschaft gegründet, bevor er 2010 erstmals ins Repräsentantenhaus einzog.

Dort sorgte er vor allem im Untersuchungsausschuss zum Angriff auf die US-Botschaft in Bengasi im Jahr 2012 für Aufmerksamkeit. Er griff die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton dabei scharf an. Der Untersuchungsausschuss konnte ihr jedoch keine Fehltritte nachweisen, was im Abschlussbericht auch klargestellt wurde. Pompeo jedoch verfasste zusammen mit einem anderen Abgeordneten eine 48-seitige Zusatzerklärung, in der Clinton Vorwürfe gemacht wurden. Diese spielten im Wahlkampf immer wieder eine Rolle.

Die Berufung Flynns zum Nationalen Sicherheitsberater war in den US-Medien erwartet worden. Im Wahlkampf hatte der ehemalige Drei-Sterne-General Trump, der selbst nicht gedient hat, vor Veteranen und Soldaten unterstützt. Präsident Barack Obama nannte er einen Lügner, die US-Justiz bezeichnete er als korrupt, Hillary Clinton verglich er mit den Milizen der Terrororganisation Al-Kaida, die er in Afghanistan bekämpft hatte. Für den Kampf gegen den "radikalen Islam" empfahl er eine verstärkte Zusammenarbeit mit Russland.

Lange galt Flynn als brillanter Stratege. Doch mit seinen Parolen gegen Muslime und einer bezahlten Rede, die er 2015 in Moskau hielt, stellte er sich ins Abseits der US-amerikanischen Sicherheitsszene. Der frühere Drei-Sterne-General war 2014 aus dem Militärgeheimdienst DIA entlassen worden. Flynn nannte als Grund, dass er unbequeme Wahrheiten über den Kampf gegen den Terrorismus ausgesprochen habe. Frühere Kollegen sagten dagegen, es habe Kritik an seinem Führungsstil gegeben.