Jürgen Klinsmann muss sein Amt als Trainer der Fußball-Nationalmannschaft der USA abgeben. Der US-Verband gab auf seiner Website am Montag angesichts der jüngsten Misserfolge die vorzeitige Trennung vom ehemaligen Bundestrainer bekannt. 

Verbandspräsident Sunil Gulati sagte, es sei eine "schwierige Entscheidung" gewesen, Klinsmann nach fünf Jahren "von seinen Pflichten entbunden" zu haben. Doch es müsse angesichts der WM 2018 in Russland eine andere Richtung eingeschlagen werden. Weitere Informationen kündigte er für Dienstag an. 

Die US-Nationalmannschaft unter Klinsmann hatte am Dienstag vergangener Woche in der WM-Qualifikation 0:4 gegen Costa Rica verloren. Diese Niederlage war nur der Höhepunkt aus einer Reihe von Pleiten und gilt als Grund für den Rauswurf. Auch im vorherigen Qualifikationsspiel unterlagen die USA ihrem Gegner Mexiko mit 1:2.

In der WM-Qualifikation steht das Team der USA nun als Letzter der Gruppe – noch hinter Honduras und Trinidad und Tobago. Trotzdem zeigte sich Klinsmann noch am Montag im Interview mit der New York Times hoffnungsvoll. Zur WM sagte er: "Ich habe keine Angst." Fußball sei emotional und manche Menschen urteilten, ohne irgendetwas über den Sport oder das Innere eines Teams zu wissen.

Klinsmann war im Juli 2011 als Nachfolger von Bob Bradley als US-Coach berufen worden. Zuvor hatte er das deutsche Nationalteam während der WM 2006 im eigenen Land trainiert und in der Saison 2008/2009 den FC Bayern München. Die Bayern hatten sich kurz vor Ablauf der Spielzeit im April 2009 wieder von Klinsmann getrennt, ebenfalls wegen ausbleibender Erfolge.

Zu Klinsmanns größten sportlichen Erfolgen zählt der Sieg des Gold Cups 2013 und der Achtelfinal-Einzug bei der WM 2014. Seit Anfang November ist er außerdem Ehrenspielführer des Deutschen Fußballbundes. Dies wurde bisher nur drei Spielern zuteil: Fritz Walter, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus. In der vergangenen Woche war der ehemalige Bundestrainer noch zu einem Abendessen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama eingeladen gewesen.

Das nächste WM-Qualifikationsspiel des US-amerikanischen Teams ist im März 2017. Als Nachfolger Klinsmanns wird nun Bruce Arena gehandelt. Er ist derzeit Trainer von Los Angeles Galaxy.