Die früheren Wall-Street-Manager Steven Mnuchin und Wilbur Ross sollen Minister in der Regierung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump werden. Dies gaben beide Investmentbanker im Fernsehsender CNBC bekannt und bestätigten damit entsprechende Medienberichte, unter anderem von der New York Times. So wurde Mnuchin von Trump als Finanzminister und Ross als Wirtschaftsminister nominiert. So wie alle Berufenen müssen auch sie noch vom Senat bestätigt werden.

Der 53-jährige Mnuchin arbeitete 17 Jahre lang für die Investmentbank Goldman Sachs, reüssierte später als Produzent von Hollywoodfilmen und kümmerte sich während des Wahlkampfs um die Finanzierung von Trumps Kampagne. Nach eigenen Angaben ist er seit 15 Jahren mit Trump befreundet. Regierungserfahrung hat er keine. 

Auch Ross ist ein enger Berater von Trump, ein früherer Banker und milliardenschwerer Investor. Er gilt als "König der Pleiten", der vor der Insolvenz stehende Unternehmen aufkauft und zu einem höheren Profit weiterverkauft. Politische Erfahrung sammelte er als Privatisierungsberater für den früheren New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, der auch selbst als möglicher Minister im künftigen Kabinett im Gespräch ist.

Kurz nach ihrer Nominierung setzten beide erste Akzente. "Unsere oberste Priorität hat die Steuerreform", sagte Mnuchin im Sender CNBC. "Wir werden die Unternehmenssteuern senken, was enorm viele Jobs zurück in die Vereinigten Staaten bringen wird." Sie sollen auf 15 Prozent halbiert werden. Auch mittlere Einkommen sollen entlastet werden.

Mnuchin sprach von der größten Steuerreform seit der Ära von Präsident Ronald Reagan in den achtziger Jahren, die die weltgrößte Volkswirtschaft beflügeln werde. "Unser Bruttoinlandsprodukt wird um drei bis vier Prozent jährlich wachsen", kündigte er an und versprach zudem offene Worte gegenüber China, das von Trump als Währungsmanipulator an den Pranger gestellt wurde. Ross wiederum ließ durchblicken, dass er bilaterale Handelsabkommen statt regionaler Vereinbarungen wie dem transpazifischen TPP bevorzugt. "Wir haben viel dummen Handel betrieben", sagte Ross.

Milliardär Wilbur Ross in der Lobby des Trump Tower © Evan Vucci/AP Photo

Mit Mnuchin und Ross sowie Tom Price als neuem Handelsminister und Elaine Chao als neuer Verkehrsministerin kristallisiert sich das Personaltableau der künftigen US-Regierung weiter heraus. Noch offen ist indes die Besetzung des wichtigen Außenressorts, für die eine Reihe von Namen gehandelt wird. Neben dem früheren Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, sind auch der frühere General und CIA-Chef David Petraeus, der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses im Senat, Bob Corker, und der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani im Gespräch.

Die Spekulationen wurden durch ein Dinner in einem New Yorker Nobelrestaurant am Dienstag weiter angeheizt: Trump traf sich dort zusammen mit seinem künftigen Stabschef Reince Priebus zum zweiten Mal mit Romney, der im Anschluss von einem "wunderbaren Abend" sprach. "Ich glaube, Sie werden sehen, dass Amerika die Welt auch in diesem Jahrhundert führen wird", sagte der Ex-Gouverneur von Massachusetts zu Reportern. Er habe "zunehmende Hoffnung", dass Trump "genau der Mann ist, der uns in eine bessere Zukunft führen kann".

Sautierte Froschschenkel, Muscheln mit karamelisiertem Blumenkohl an einer Kapern-Rosinen-Emulsion und Schokokuchen: Trump diniert mit Priebus (l.) und Romney (r.). © Bryan R. Smith/AFP/Getty Images

Noch im Wahlkampf hatte der einstige Präsidentschaftskandidat der Republikaner von 2012 die innerparteiliche Opposition gegen Trump organisiert und diesen als "Blender" und "Betrüger" bezeichnet. Er steht für das republikanische Parteiestablishment, gegen das viele Trump-Anhänger Vorbehalte haben. Am 20. Januar schließlich wird Barack Obama die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger übergeben.