Die Republikaner haben scheinbar auch ihre Mehrheit im Senat verteidigt. Wie mehrere US-amerikanische Fernsehsender in der Nacht zum Mittwoch übereinstimmend meldeten, werden sie damit in den kommenden Jahren beide Kammern des US-Kongresses, Senat und Repräsentantenhaus, kontrollieren. Das bedeutet auch, dass der künftige Präsident Donald Trump vorerst freie Bahn für seine Regierungsvorhaben hat und zahlreiche von seinem Vorgänger Barack Obama durchgesetzte Reformen wieder rückgängig machen kann. So hatte es Trump im Wahlkampf bereits angekündigt.

Neu gewählt wurde ein Drittel der 100 Senatoren. Jeder der 50 Bundesstaaten stellt zwei Senatoren. Die Republikaner haben bislang 54 Sitze in der Kammer, die Demokraten 44. Zwei Sitze gehören unabhängigen Senatoren, die aber de facto zum Lager der Demokraten gehören. Im Repräsentantenhaus haben die Republikaner derzeit 246 Sitze, die Demokraten 186. Drei Sitze sind vakant.

Auch im Repräsentantenhaus werden die Republikaner ihre Mehrheit halten und damit ihre seit sechs Jahren andauernde Dominanz in der Kammer fortsetzen. Bis Mittwochmorgen sicherten sie sich mit mindestens 218 Sitzen die Mehrheit und verloren lediglich vier Mandate an die Demokraten. Diese hatten sich zwar keine großen Hoffnungen auf eine Mehrheit im Unterhaus gemacht, jedoch auf Zugewinne gesetzt. Das Unterhaus des Kongresses ist vor allem für Haushaltsfragen zuständig, für Gesetze ist die Zustimmung beider Kammern erforderlich.

Der scheidende Präsident Obama musste oft schmerzhaft erleben, wie der von den Republikanern beherrschte Kongress seine Vorhaben blockierte, etwa bei seinen Plänen zur Einschränkung des Waffenrechts oder mit seinem jüngsten Vorschlag zur Besetzung eines Richterpostens am Obersten Gericht.

US-Wahl - Die Zeit bis zum Amtswechsel Nach den Wahlen beginnt in den USA eine Übergangszeit. Der Prozess ist aufwändig und teuer, für das Land ebenso wie für den künftigen Präsidenten. © Foto: Doug Mills, AFP/Getty