Das US-Präsidialamt hat die Spekulationen des gewählten Präsidenten Donald Trump zurückgewiesen, wonach Millionen Menschen bei der Wahl zu Monatsbeginn angeblich illegal abgestimmt hätten. Es gebe keine objektiven Hinweise auf einen umfassenden Wahlbetrug, sagte ein Sprecher des scheidenden Präsidenten Barack Obama.

Trump hatte am Wochenende über Twitter Zweifel am regulären Verlauf der Abstimmung am 8. November geäußert. Würde man die Millionen illegal abgegebener Stimmen abziehen, hätte er nicht nur die für seinen Sieg entscheidende Mehrheit der Wahlleute gewonnen, sondern auch die meisten Stimmen insgesamt, behauptete der Republikaner.

Nach dem bisherigen Stand hat die unterlegene Demokratin Hillary Clinton landesweit über zwei Millionen Stimmen mehr als Trump erhalten. Auf Initiative der US-Grünen wird das Ergebnis in mindestens einem Bundesstaat wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten neu ausgezählt. Die Grünen-Kandidatin Jill Stein hatte das für Wisconsin beantragt. Stein teilte am Montag mit, dass sie ihrem entsprechenden Antrag im Bundesstaat Wisconsin nun auch einen in Pennsylvania habe nachfolgen lassen. 

Ein Anwalt des Wahlkampfteams der Grünen-Präsidentschaftskandidatin kündigte außerdem an, bis Mittwoch eine Petition zur Neuauszählung der Stimmen in Michigan einzureichen. Der Wahlausschuss des Bundesstaates Michigan bestätigte, dass Trump dort 10.704 Wählerstimmen mehr als seine Rivalin Hillary Clinton erhalten hatte. Sein Vorsprung betrug damit nur etwa 0,2 Prozentpunkte – so knapp war es bei einer Präsidentschaftswahl in dem US-Staat seit mehr als 75 Jahren nicht gewesen. Trump erhält damit die 16 Wahlmännerstimmen Michigans. Der Republikaner kommt damit auf 306, Clinton bleibt bei 232 Wahlmännern. Seit 1988 hatte kein republikanischer Präsidentschaftskandidat mehr in Michigan gewonnen.

In Wisconsin wurde die Neuauszählung laut Medienberichten am Montag von der Wahlbehörde genehmigt, sie könnte am Donnerstag beginnen. Trump hatte die beantragten Neuauszählungen kritisiert. Dass sie etwas am seinem Wahlsieg ändern, gilt als unwahrscheinlich.