Hillary Clinton - "Gebt niemals auf!" In ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach der US-Präsidentschaftswahl hat Hillary Clinton ihre Unterstützer aufgefordert, sich weiter auf allen Ebenen für Amerika einzusetzen. © Foto: Joshua Roberts/Reuters

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Eingeständnis ihrer Wahlniederlage gegen Donald Trump hat Hillary Clinton sich zutiefst enttäuscht über das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl gezeigt. Sie sei stärker enttäuscht, "als ich es jemals ausdrücken könnte", sagte die unterlegene Kandidatin der Demokratischen Partei bei einer Benefizveranstaltung in Washington.

Seit der Wahl vor gut einer Woche fragten sich viele Menschen, ob die USA "das Land sind, für das wir sie gehalten haben". Die Wahl habe eine tiefe Spaltung in der Bevölkerung zutage gebracht, sagte Clinton weiter. 

Es sei nicht einfach gewesen, herzukommen, sagte die 69-Jährige. "Es gab in dieser Woche einige Momente, in denen ich mich einfach nur mit einem guten Buch oder unseren Hunden zurückziehen und das Haus niemals mehr verlassen wollte", sagte Clinton. Die Demokratin war sichtlich gezeichnet von den Anstrengungen der vergangenen Wochen. "Ich weiß, dass viele von euch sehr enttäuscht sind über das Wahlergebnis. Ich bin es auch. Mehr als ich jemals werde sagen können."

Doch in der Kampagne sei es um mehr gegangen als nur eine Person oder nur eine Wahl, sagte Clinton. "Es ging um das Land, das wir lieben und darum, ein Amerika aufzubauen, das hoffnungsvoll, offen und großherzig ist." Sie forderte ihre Unterstützer auf: "Glaubt an unser Land, kämpft für unsere Werte und gebt niemals auf."

Das Wahlergebnis erfülle Kinder aus Familien von Minderheiten und Menschen, die sich in schwierigen Lebenslagen befänden, mit Sorge. "Kein Kind sollte Angst haben, zur Schule zu gehen, weil es Latino ist, Afroamerikaner oder Muslim oder weil es eine Behinderung hat."

Bei der Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten von Kindern aus armen Familien äußerte sich Clinton – ohne ihn beim Namen zu nennen – auch zu den Ankündigungen des designierten Präsidenten Trump, Millionen von illegalen Einwanderern aus den USA abzuschieben. "Es gibt Kinder, die heute Angst haben – wie das kleine Mädchen, das ich in Nevada getroffen habe und das in Tränen ausbrach, als es mir erzählte, wieviel Angst es hat, dass ihm seine Eltern weggenommen und abgeschoben werden könnten", sagte Clinton. "Kein Kind sollte mit einer solchen Angst leben müssen."