Für die Verhandlungen über das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union bleibt weniger Zeit als bisher angenommen. Statt voller 2 Jahre habe man nur 15 bis höchstens 18 Monate für die Gespräche über die Einzelheiten der Trennung, sagte der Chefunterhändler der EU-Kommission, Michel Barnier. Die übrige Zeit benötige man für die Ratifizierung des Abkommens.

Die Frist von zwei Jahren ist in Artikel 50 der EU-Verträge vorgesehen. Sie beginnt, sobald Großbritannien der EU offiziell sein Austrittsgesuch unterbreitet hat. Premierministerin Theresa May hat dies bis Ende März in Aussicht gestellt. Der Deal müsste dann bis Oktober 2018 abgeschlossen sein.

Allerdings hat ein Gericht in London entschieden, dass es der britischen Regierung nicht zusteht, den EU-Austritt allein in Gang zu setzen. Stattdessen muss die Regierung das Parlament über die Aktivierung von Artikel 50 abstimmen lassen

Barnier sagte nun: "Die Europäische Union ist darauf vorbereitet, die Notifizierung zu erhalten." In den vergangenen Wochen hat Barnier nach eigenen Angaben bereits 18 der verbleibenden 27 Länder besucht, die übrigen sollen bis Ende Januar folgen. 

Über vier Grundprinzipien für die Verhandlungen herrsche Einigkeit: Die EU solle einig bleiben; Drittländer – und dazu zählt künftig auch Großbritannien – könnten nie dieselben Rechte haben wie Mitgliedsländer; vor der Notifizierung gebe es keine Verhandlungen; und für den Binnenmarkt gälten vier Freiheiten, also auch die Freizügigkeit. "Rosinenpicken ist keine Option", sagte Barnier.