Der Ausnahmezustand in Frankreich wird bis zum 15. Juli verlängert. Nach der Nationalversammlung stimmte am Donnerstag auch der Senat dem Vorschlag zu. Die Regierung begründete die Verlängerung mit "erhöhtem Anschlagsrisiko" vor den Wahlen, die nächstes Jahr in Frankreich stattfinden.

Mit diesem Beschluss wird der Ausnahmezustand noch während der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr und der Parlamentswahl im Juni gültig sein. Durch den Ausnahmezustand haben die Behörden größere Befugnisse, um gegen Terror vorzugehen. Möglich sind unter anderem Wohnungsdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss auch in der Nacht, Hausarrest für mutmaßliche Dschihadisten, Demonstrationsverbote und Ausgangssperren.

Staatschef François Hollande hatte den Ausnahmezustand nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 mit 130 Toten verhängt. Die letzte Verlängerung gab es nach dem Attentat von Nizza mit 86 Toten im Juli. Mehrere Abgeordnete forderten einen Ausstieg aus dem Dauerausnahmezustand, der damit nun schon zum fünften Mal ausgeweitet worden ist. Die Nationalversammlung hatte mit 288 gegen 32 Stimmen und fünf Enthaltungen für die Verlängerung gestimmt.