Der US-Senat hat einer Verlängerung von Sanktionen gegen den Iran um zehn Jahre zugestimmt. Zuvor hatten bereits die Abgeordneten des Repräsentantenhauses dafür votiert. Die Maßnahme wird von Republikanern und Demokraten gleichermaßen unterstützt. Es wird erwartet, dass auch Präsident Barack Obama die Vorlage unterzeichnet. Allerdings ist Obama nur noch wenige Wochen im Amt, bevor Donald Trump am 20. Januar als nächster Präsident vereidigt wird. Der Republikaner hat das Atomabkommen mehrfach kritisiert.

Nach Ansicht des Weißen Hauses ist die Verlängerung der Sanktionsmöglichkeiten, die aus der Zeit vor dem Atomabkommen mit dem Iran stammen, kein Bruch dieser Vereinbarung. Die iranische Regierung hatte sich darin verpflichtet, ihre Urananreicherung zurückzufahren und Kontrollen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zuzulassen. So soll der Bau einer Atombombe unmöglich gemacht werden. Im Gegenzug soll der Westen seine Sanktionen gegen das Land aufheben.

Obama will zwar einen Teil der Sanktionen gegen den Iran aufheben. Die Demokraten sind aber für eine Verlängerung der Sanktionsmöglichkeiten, damit die US-amerikanische Regierung rasch reagieren kann, falls Teheran das Atomabkommen brechen sollte. Trump hat das Atomabkommen mit dem Iran kritisiert. Viele Republikaner wollen es ganz aufkündigen.

Im Iran stoßen die Abstimmungen im US-Kongress für die Verlängerung der Sanktionen auf Kritik. Das geistliche Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, hatte mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollten die USA sie verlängern. Dies wäre ein klarer "Verstoß" gegen das Atomabkommen. Das US-Gesetz sieht Restriktionen gegen den iranischen Bankensektor sowie die Energie- und Verteidigungsindustrie vor. Sie gehen auf iranische Raketentests sowie die Verletzung von Menschenrechten in dem Land zurück.