In einer feierlichen Zeremonie in der jordanischen Hauptstadt Amann hat die jordanische Armee die ersten 16 Marder-Schützenpanzer aus Deutschland erhalten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte dazu, "Jordanien ist ein Bollwerk gegen den Terror. Und deswegen ist es unendlich wichtig, Jordanien auch zu unterstützen." Bis Ende 2017 soll Deutschland noch weitere 34 Panzer an Jordanien liefern. Diese sollen von der jordanischen Armee zum Grenzschutz eingesetzt werden.

Die Waffenlieferung ist Teil der sogenannten "Ertüchtigungsinitiative", mit der die Bundesregierung vertrauenswürdige Staaten in Krisenregionen stärken will. Das lässt sie sich in diesem Jahr 100 Millionen und im nächsten 130 Millionen Euro kosten. Informationen des Spiegel zufolge liefert Deutschland dabei nicht nur Panzer. Auch Technologie, mit der Mobilfunkgespräche, SMS-Nachrichten und Datenkommunikation abgehört werden können, sollen Anfang 2017 mitgeliefert werden. 

Jordanienwird in den beiden Jahren mit 88 Millionen Euro gefördert, die zum größten Teil in Rüstung investiert werden sollen. Neben den Panzern erhält das arabische Land unter anderem auch 70 Lastwagen und 56 Kleinbusse für militärische Zwecke. Weitere Empfängerländer sind der Irak sowie Tunesien, Mali und Nigeria in Afrika. Im nächsten Jahr soll das arme westafrikanische Land Niger hinzukommen. "Wenn wir nicht bereit sind, diesen Ländern Sicherheit zur Verfügung zu stellen, dann werden sie schnell überrannt werden von den Terroristen", sagte von der Leyen.

Jordanien grenzt im Norden an die Bürgerkriegsländer Syrien und Irak, in denen sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ausgebreitet hat. Das arabische Land gilt als Stabilitätsanker in der Region und hat nach Regierungsangaben in den vergangenen Jahren 1,5 Millionen aus den beiden Nachbarländern aufgenommen.

Von der Leyen besuchte das Flüchtlingscamp Saatari, in dem etwa 80.000 Menschen vor allem aus Syrien leben. Es ist das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt und gilt inzwischen als die viertgrößte Stadt Jordaniens. Die Ministerin würdigte die Aufnahmebereitschaft der Jordanier und den Einsatz der Hilfsorganisationen. Sie sprach von einem "herausragenden Akt der Humanität und des Mitgefühls". Zum Abschluss ihres viertägigen Besuchs traf sie in Amman Königin Rania und König Abdullah II. Jordanien war die letzte Station ihrer viertägigen Reise durch arabische Länder, bei der sie auch in Saudi-Arabien und Bahrain Station machte.