Südkorea will durch eigene Sanktionen den Druck auf nach das Nachbarland Nordkorea erhöhen und folgt damit dem UN-Sicherheitsrat, der bereits am Mittwoch schärfere Strafmaßnahmen gegen das Regime in Pjöngjang beschlossen hatte. Das Außenministerium in Seoul kündigte an, zusammen mit Partnern wie den USA, Japan und der EU auch rasch einseitige Sanktionen zu beschließen und damit Nordkorea wegen dessen Atomtests im September zu ahnden.

Durch die Resolution 2.321 würden die bisher "härtesten und weitreichendsten nicht-militärischen Sanktionen in der Geschichte der UN" gegen Nordkorea verhängt, hieß es. Dadurch werde der feste Wille der internationalen Gemeinschaft unterstrichen, die Atom- und Raketenentwicklung Nordkoreas unter keinen Umständen zu tolerieren. 

Mit den Resolutionen will das höchste UN-Gremium das Regime in Pjöngjang die finanziellen Mittel entziehen, um benötigte Bauteile für die Entwicklung von Atomwaffen zu beschaffen. Die neuen Maßnahmen sehen unter anderem Exportverbote für die Metallrohstoffe Kupfer, Nickel, Silber und Zink vor. Zudem legen die neuen Strafmaßnahmen für Nordkoreas Kohleexport nach China und damit für den größten Einzelposten in der Ausfuhrbilanz eine Obergrenze fest.

Nach Angaben der USA sollen die Einnahmen für das Regime dadurch um 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinken. Sollten die Sanktionen so umgesetzt werden wie geplant, belaufen sich die jährlichen Einnahmeausfälle insgesamt auf 700 Millionen Dollar (gut 660 Millionen Euro).

Die Resolution verurteilt den Anfang September vorgenommenen neuerlichen Atombombentest "auf das Schärfste". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte in New York, die nordkoreanische Nuklearpolitik sei eine "wachsende Gefahr für die regionale Sicherheit" und die internationale nukleare Abrüstung. Ban erinnerte Nordkorea daran, in diesem Jahr bereits mit zwei Atomwaffen- und über 20 Raketentests gegen UN-Resolutionen verstoßen zu haben. Er forderte die Führung in Pjöngjang auf, ihre "provokanten Aktionen" zu unterlassen und sich an die internationalen Verpflichtungen zu halten.

Es ist bereits die sechste UN-Sanktionsrunde seit Nordkoreas erstem Atombombentest im Jahr 2006. Bisher hatten die Resolutionen aber keine Wirkung gezeigt. Auch nach dem weltweit kritisierten Atomtest vom 9. September – dem fünften des Landes – hatten Diplomaten in New York Monate gebraucht, um sich zu neuen Schritten durchzuringen. Vor allem Nordkoreas engster Verbündeter und wichtigster Handelspartner China hatte sich lange dagegen gesperrt.