Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe ist am Montagabend in Pearl Harbor auf Hawaii eingetroffen. Dort wird er gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama der Opfer des japanischen Angriffs auf die US-Pazifikflotte am 7. Dezember 1941 gedenken. "Der Schrecken des Krieges sollte sich niemals wiederholen", sagte Abe vor seiner Abreise in Tokio.

Zunächst besuchte Abe eine Gedenkstätte, die an eine Kollision eines japanischen Fischereischulschiffes und eines U-Boots der US-Marine im Jahr 2001 erinnert. Bei dem Unglück waren neun Männer und Jugendliche gestorben.

Im Laufe des Tages wollen sich Abe und Obama zu Gesprächen treffen, bevor sie das Denkmal des 1941 in Pearl Harbor versenkten Marineschiffes USS Arizona besuchen. 1.177 Soldaten waren durch dessen Untergang gestorben. Abe ist der erste japanische Ministerpräsident, der gemeinsam mit dem Präsidenten der USA in der Gedenkstätte für die Kriegsopfer beten wird. 

Abe sagte, das gemeinsame Gedenken solle die Bedeutung der Versöhnung zwischen Japan und den USA hervorheben. Bei dem Angriff in Pearl Harbor waren insgesamt etwa 2.400 Amerikaner gestorben. Als Reaktion auf Pearl Harbor waren die USA in den Zweiten Weltkrieg eingetreten.

Im Vorfeld hatte Abe ausgeschlossen, sich für die Attacke zu entschuldigen. Auch Obama hatte auf eine Entschuldigung verzichtet, als er vor sieben Monaten das japanische Hiroshima besuchte. Er war der erste amtierende US-Präsident, der der Menschen gedachte, die dem Abwurf der Atombombe am 6. August 1945 zum Opfer gefallen waren.

USA und Japan sind mittlerweile Verbündete im Pazifikraum und arbeiten militärisch und wirtschaftlich eng zusammen. Abes Besuch ist ein weiteres Zeichen der Entspannung zwischen den Ländern.

Diese historischen Bilder zeigen den japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941: