Der designierte US-Präsident Donald Trump will einen erklärten Gegner der Klimaschutzpolitik seines Vorgängers Barack Obama zum neuen Chef der Umweltbehörde EPA ernennen. Trump habe den Chefankläger des Bundesstaats Oklahoma, Scott Pruitt, für diesen Posten ausgewählt, teilte sein Beraterteam mit.

Der 48-Jährige gilt als Freund der Öl- und Kohle-Industrie und lautstarker Kritiker der bisherigen Politik der Umweltschutzbehörde, der er eine "aktivistische Agenda" vorwarf. Seit seinem Amtsantritt in Oklahoma im Jahr 2011 hatte er in zahlreichen Gerichtsverfahren Auflagen der Umweltbehörde angefochten. Im Rahmen einer noch anhängigen Klage mehrerer Bundesstaaten setzte er sich dafür ein, Obamas Programm zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes aus Kraftwerken aufzuhalten. Pruitt hat auch den menschengemachten Klimawandel in Zweifel gezogen. In einer Zeitungskolumne schrieb er, die Debatte darüber sei "noch lange nicht vorbei".

Seine Nominierung für die Leitung der Behörde, die auch federführend bei den US-Ermittlungen im Abgasskandal um Volkswagen ist, deutet darauf hin, dass Trump einen großen Teil von Obamas Umweltschutzpolitik rückgängig machen könnte.

Trump hatte im Wahlkampf den Klimawandel als eine Erfindung zum Schaden der US-Industrie bezeichnet und zunächst einen Ausstieg der USA aus dem Welt-Klimaabkommen von Paris gefordert. Er kündigte zudem eine Abkehr von Obamas Energiewende und eine Rückkehr zur Förderung fossiler Energieträger an. Damit wolle er "viele Millionen gut bezahlter Jobs schaffen".

Trumps Wahl für den künftigen EPA-Chef löste bei den Demokraten sowie Umweltorganisationen Empörung aus. Pruitt sei nicht nur ein Leugner des Klimawandels, sondern auch jemand, der eng mit dem fossilen Energiesektor zusammengearbeitet habe, "um dieses Land nicht weniger, sondern stärker abhängig" von diesen Energieträgern zu machen, erklärte der in den Vorwahlen der Demokraten unterlegene Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders. Die Umweltorganisation Sierra Club kritisierte, die Nominierung Pruitts sei vergleichbar damit, "dass man einen Brandstifter mit der Brandbekämpfung beauftragt".