Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist erneut in die historische Oasenstadt Palmyra vorgedrungen. Die Dschihadisten hätten die syrische Stadt nach heftigen Kämpfen mit Regierungstruppen erobert, sagte der Leiter der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Die oppositionsnahe Organisation mit Sitz in London beruft sich auf Informanten vor Ort; die Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen. Auch die IS-nahe Informationsagentur Amak meldete den Vormarsch der Terrormiliz.

Der IS hatte vor wenigen Tagen eine neue Offensive auf die antike Oasenstadt gestartet, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Vor acht Monaten hatten syrische Regierungstruppen Palmyra mit russischer Luftunterstützung zurückerobert.  Die Dschihadisten hatten während ihrer Herrschaft über die Stadt zahlreiche einzigartige historische Kulturgüter aus den ersten Jahrhunderten nach Christus zerstört.

Laut der Beobachtungsstelle sind die türkische Armee und ihre syrischen Verbündeten unterdessen in der nordsyrischen Stadt Al-Bab einmarschiert, die der IS kontrolliert. Zuvor hatte die Türkei laut Medienberichten 300 Elitesoldaten nach Syrien entsandt, um den erbitterten Widerstand der Dschihadisten etwas entgegen zu setzen. Die türkische Armee will mit der Intervention in Nordsyrien alle bewaffneten Gruppen, insbesondere kurdische, aus der Grenzregion zurückdrängen.

Auch die USA verstärken ihre Militärpräsenz in Syrien. Es würden zu den 300 Soldaten die bereits im Einsatz in Syrien sind etwa 200 weitere Soldaten in den Norden des Bürgerkriegslandes entsandt, kündigte der scheidende US-Verteidigungsminister Ashton Carter an. Sie sollen die Rebellen bei einer Offensive auf die nordsyrische Stadt Rakka unterstützen. Nach Angaben des Rebellenbündnisses SDF ist momentan die zweite Phase der Offensive im Gange. 

Ein ührender IS-Vertreters, der 33-jährige Franko-Tunesier Boubaker El Hakim, soll getötet worden sein. Er sei am 26. November bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition auf die IS-Hochburg Rakka im Norden Syriens gestorben, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Er sei ein "langjähriger Terrorist mit Verbindungen zu anderen französischen und tunesischen Dschihadisten" gewesen.