Neuer Rückschlag für die US-Grünen-Politikerin und Präsidentschaftskandidatin Jill Stein: Ein Bundesrichter im Staat Pennsylvania hat ihren Antrag auf Neuauszählung der Stimmen der Präsidentenwahl vom 8. November abgelehnt. Es gebe keine glaubwürdigen Hinweise darauf, dass es zu Hackerattacken und damit zu manipulierten Ergebnissen gekommen sei, begründete der Richter Paul Diamond seine Entscheidung.

Stein hatte in drei US-Bundesstaaten, in denen das Wahlergebnis äußerst knapp ausgefallen war, eine Neuauszählung beantragt: Pennsylvania, Michigan und Wisconsin. In den Swing States hatte der republikanische Kandidat Donald Trump nach amtlichen Ergebnissen hauchdünn und überraschend gewonnen; in allen drei Staaten galt Clinton zuvor als klare Favoritin. Ihren Antrag begründete Stein mit "Unregelmäßigkeiten". Unter anderem hatten IT-Experten darauf hingewiesen, dass in Wisconsin die Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe seien.

Da die Neuauszählung vom Antragsteller bezahlt werden muss, sammelte Stein dafür per Crowdfunding mehrere Millionen Dollar an Spenden ein. Um der unterlegenen Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, doch noch zur Präsidentschaft zu verhelfen, hätte Stein beweisen müssen, dass Clinton in allen drei Staaten vorne lag.

Zwischenzeitlich hatten die Grünen die Neuauszählung in Pennsylvania selber aus Kostengründen abgebrochen. Zuvor hatte bereits ein Bundesrichter die beantragte Neuauszählung auch in Michigan gestoppt. In Wisconsin läuft sie noch. Jedoch machte Clinton nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen lediglich 25 Stimmen auf Trump gut, insgesamt lag sie aber immer noch um etwa 22.000 Stimmen hinter ihm.

Es galt von vornherein als unwahrscheinlich, dass eine Neuauszählung etwas an seinem Wahlsieg ändern würde. Stein selbst hatte bei der Präsidentenwahl in den drei Staaten etwa ein Prozent der Stimmen oder sogar weniger erreicht.