USA - Trump will sofort mit Bau der Mauer zu Mexiko beginnen In der ersten Pressekonferenz nach seinem Wahlsieg nimmt der kommende US-Präsident kein Blatt vor den Mund. Obamacare will er ersetzen und Mexiko für den Bau der geplanten Grenzmauer zur Kasse bitten. © Foto: Evan Vucci, dpa/AP

Lange hatte der künftige US-Präsident Donald Trump vor allem getwittert – und das häufig negativ über die Medien. Nun stellte er sich ihnen zum ersten Mal seit seinem Wahlsieg auf einer Pressekonferenz, wobei er zum Teil kräftig gegen sie austeilte. Er erneuerte viele seiner Wahlversprechen, allerdings weitgehend ohne Details zur Umsetzung zu nennen. 

Mit vollmundigen Worten kündigte er an, er werde Arbeitsplätze in den USA schaffen. "Ich werde der großartigste Jobproduzent sein, den Gott jemals schuf", sagte Trump. Er zählte die Autokonzerne Fiat, Chrysler und Ford auf, die nun weitere Jobs in den USA planten statt im Ausland. Viele weitere Industriezweige würden zurückkehren. Trump erwähnte dabei insbesondere die Pharmaindustrie.

Trump waren immer wieder Interessenkonflikte vorgeworfen worden. Auf der Pressekonferenz kündigte er an, sein Firmenimperium an seine Söhne zu übertragen. Die Frage einer Journalistin, ob er seine Steuererklärung veröffentlichen werde, verneinte er jedoch. Das interessiere doch niemanden, nur die Reporter.

Trump verteidigte auch sein Vorhaben aus dem Wahlkampf, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten. Die Mauer werde gebaut, und Mexiko werde die Kosten dafür tragen. Genauere Details nannte er jedoch nicht.

Ebenso wenig lieferte er Einzelheiten, wie er die umstrittene Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama abschaffen will. Das hatte er im Wahlkampf immer wieder angekündigt. Trump wiederholte lediglich, dass Obamacare ein absolutes Desaster sei. Er kündigte einen Plan an, der die Krankenversicherung abschaffe und ersetze – "wahrscheinlich am selben Tag, komplizierte Sache".

"Ich denke, es war Russland"

Erstmals wies Trump Russland die Verantwortung für die Hacker-Angriffe im US-Präsidentschaftswahlkampf zu. "Ich denke, es war Russland", sagte er. In den vergangenen Wochen hatte Trump diese Erkenntnisse der US-Geheimdienste immer wieder in Zweifel gezogen oder ins Lächerliche gezogen.  

Als Reaktion auf mutmaßlich russische Computer-Hacks während des US-Wahlkampfes hatte der scheidende US-Präsident Barack Obama Sanktionen gegen Moskau verhängt – gegen den ausdrücklichen Willen seines Nachfolgers Trump. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gelten als so schlecht wie zuletzt am Endes des Kalten Kriegs.

Trump jedoch hatte sich im Wahlkampf mit Kritik insbesondere an Präsident Wladimir Putin zurückgehalten, ihn vielmehr häufig gelobt. Zudem warb er zum Erstaunen vieler Nato-Verbündeter für eine engere Zusammenarbeit, etwa beim Kampf gegen die Terromiliz IS.

Auch auf der Pressekonferenz verteidigte er seinen wohlwollenden Umgang mit Russland. Wenn Präsident Putin ihn möge, sei das ein Vorteil und kein Nachteil. "Glaubt ernsthaft jemand hier, dass Hillary Clinton härter mit Putin umgehen würde?", fragte er spöttisch. Russland werde mehr Respekt für die USA haben, wenn er Präsident sei. Im Übrigen gebe es auch Hackerangriffe aus China, und zwar, weil die USA schlecht geschützt seien.