Österreich ist weiterhin bemüht, die Zahl der ankommenden Flüchtlinge zu verringern. Dazu will Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) künftig auch an der Grenze zur Slowakei kontrollieren lassen, die die Schlepper nach seiner Aussage seit längerem als Ausweichroute nutzen. Seit Anfang 2017 seien in Niederösterreich an der Grenze zur Slowakei 299 illegale Einwanderer festgenommen worden, sagte er dem Kurier. Im an Ungarn grenzenden Burgenland seien es nur 174 gewesen. Dort wird bereits stärker kontrolliert.

Generell will Doskozil den Grenzschutz weiter ausbauen – mit einem größeren Personaleinsatz von Polizei und Bundesheer. Etwa in Zügen, mit denen laut Doskozil immer mehr Migranten nach Österreich einreisen. Der Minister will auch dort die Kontrollen deutlich verstärken. Dafür könnten bis zu 100 Soldaten zur Verfügung gestellt werden. 

Im Westen des Landes wurden seit Jahresbeginn 292 Menschen festgenommen, die von Italien illegal nach Österreich einreisen wollten. In Tirol seien nur 25 Asylanträge gestellt worden, sagte Doskozil. "Hier funktioniert die Rückführung nach Italien. Doch wir müssen vorsichtig sein und jede neue Entwicklung am Brenner im Auge behalten", sagte er.

Dem Kurier zufolge wollen Doskozil und der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) in zehn Tagen eine Reihe von Maßnahmen zur Grenzsicherung vorstellen. Im Jahr 2016 wurden in Österreich 42.000 Asylanträge gestellt, im Vorjahr waren es 90.000.