Kurz vor dem Regierungswechsel am 20. Januar haben die USA vier Gefangene des Häftlinglagers Guantanamo ausreisen lassen. Die vier Männer landeten am Donnerstagabend auf dem Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad.  

Bei einem der Freigelassenen handelte es sich nach Angaben von Angehörigen um einen Jemeniten, der 16 Jahre lang in dem US-Gefangenenlager festgehalten worden war. Die Identität der drei anderen Insassen war zunächst unklar.

Nach den Freilassungen sind noch 55 Gefangene in dem Lager. Das Weiße Haus hat angekündigt, in den letzten Tagen der Amtszeit von Präsident Barack Obama weitere Gefangene freizulassen. Demnach sollen vor der Amtsübernahme Donald Trumps bis zu 15 weitere Freilassungen folgen. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, es werde unter seiner Präsidentschaft keine weiteren Freilassungen geben, weil die Guantanamo-Häftlinge gefährlich seien.

Obama hatte bei seinem Amtsantritt 2009 versprochen, das Gefangenenlager auf Kuba zu schließen. Rechtliche Probleme sowie heftiger Widerstand im Kongress und in der Öffentlichkeit verhinderten aber, dass er das Versprechen vollständig erfüllen konnte.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten die USA unter Präsident George W. Bush rund 780 Häftlinge auf dem US-Stützpunkt Guantanamo eingesperrt. Die meisten Verdächtigen wurden seit ihrer Festnahme in den Jahren 2001 und 2002 weder angeklagt noch verurteilt. Viele sollen gefoltert und misshandelt worden sein. Für etwa ein Drittel der verbliebenen Gefangenen ist grundsätzlich geklärt, dass sie aus dem Lager verlegt werden können. Allerdings stehen keine Aufnahmeländer fest.