Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat Friedensgespräche mit der marxistischen ELN-Guerilla angekündigt. Man sei zu einer beiderseitigen Vereinbarung gekommen, sagte Santos beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Gespräche könnten im Februar beginnen.

Ende vergangenen Jahres hatte die kolumbianische Regierung bereits mit der größeren Farc-Guerilla nach fast vierjährigen Verhandlungen ein Friedensabkommen geschlossen. Die ELN (Nationale Befreiungsarmee) ist die zweitgrößte Guerillaorganisation in Kolumbien. Sie soll derzeit noch rund 2.000 Kämpfer haben. Ein Abkommen auch mit ihr ist deshalb von großer Bedeutung, um zu verhindern, dass die ELN die Kontrolle über frühere Farc-Gebiete und den dortigen Drogenhandel übernimmt.

Die Regierung hatte schon vor fast einem Jahr den Start von offiziellen Verhandlungen mit der ELN angekündigt. Sie machte aber die Freilassung des früheren Abgeordneten Odín Sánchez zur Bedingung. Die letzte prominente Geisel der Rebellen befindet sich seit knapp einem Jahr in der Gewalt der ELN. Auch in dieser Frage sei eine Einigung erzielt worden, sagte Santos. Details würden von Regierungsvertretern und Rebellen am Mittwochabend in Quito in Ecuador bekannt gegeben.

Die ELN-Guerilla hatte ebenso wie die Farc 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. Im Konflikt zwischen der Armee, ultrarechten Paramilitärs sowie linken Rebellen wurden mehr als 260.000 Menschen getötet. Mehr als 60.000 Menschen gelten als vermisst, weitere 6,9 Millionen ergriffen angesichts der Gewalt die Flucht.