Marokko geht gegen die Ganzkörperverschleierung vor. Wie das marokkanische Nachrichtenportal Le360 berichtet, hat das Innenministerium in Rabat den Verkauf, die Produktion und die Einfuhr von Burkas und Nikabs verboten. Grund seien Sicherheitsbedenken, zitierte das Portal einen hochrangigen Beamten.

Immer wieder hätten Terroristen die Verschleierung zur Tarnung benutzt. Händler haben den Angaben zufolge 48 Stunden Zeit, um ihre Bestände aus dem Warenangebot zu entfernen. Ob fortan das Tragen von Ganzkörperschleiern generell verboten ist, blieb unklar.

In Marokko kommen die Burka und der Nikab, der lediglich die Augen freilässt, nur in sehr konservativ geprägten Regionen vereinzelt vor. Die meisten Marokkanerinnen tragen den Hidschab, das Kopftuch, das nicht das Gesicht bedeckt.

In Europa haben Länder wie Frankreich, Belgien und die Niederlande den Ganzkörperschleier in der Öffentlichkeit gesetzlich untersagt; es drohen empfindliche Geldstrafen. In Deutschland wird über ein Verbot diskutiert

Die Entscheidung in Marokko wurde auch in Deutschland aufmerksam aufgenommen. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner forderte, "wir sollten uns nicht erst von Marokko vormachen lassen, dass man so etwas verbieten kann, sondern zeitnah selbst hier handeln". Wer Frauen hinter einem Stück Stoff verstecke oder es dulde, verkenne "das aufgeklärte Frauenbild im Jahre 2017 in Deutschland".