In Bahrain hat ein Erschießungskommando am Sonntagmorgen drei Männer hingerichtet. Sie waren wegen eines tödlichen Angriffs auf Polizeikräfte zum Tode verurteilt worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur BNA meldete. Die Exekutionen sind die ersten in dem Königreich am Persischen Golf seit 2010.

Den Getöteten wurde zur Last gelegt, mit einem Bombenanschlag 2014 drei Polizisten, unter ihnen einen Beamten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, getötet zu haben. Zu der Tat bekannte sich die weitgehend unbekannte Al-Aschter-Brigade.

Weil die Verurteilten der schiitischen Bevölkerungsmehrheit angehörten, werden nun wieder wachsende Spannungen zwischen den Schiiten und den Sunniten befürchtet, da die meisten Staatsbürger Bahrains zwar schiitisch sind, jedoch seit Jahrhunderten wie im Nachbarland Saudi-Arabien von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert werden. 

Immer wieder vereinzelt Unruhen

Während der arabischen Aufstände 2011 schlug die Regierung wochenlange Kundgebungen der schiitischen Opposition für mehr Demokratie und für mehr Berücksichtigung von schiitischen Belangen mit Gewalt nieder. Unterstützung erhielten die bahrainischen Sicherheitskräfte von Soldaten und Polizisten aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seitdem kam es in dem Königreich am Golf immer wieder vereinzelt zu Unruhen.

Auch am Samstag und am Sonntagmorgen kam es in der Hauptstadt Manama vor den Erschießungen zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und regierungskritischen Demonstranten sowie zu Protesten in weiteren Ortschaften. Gerüchte über die Tötung der Verurteilten kurz vor der Hinrichtung hatten die Spannungen zwischen Regierung und Opposition erhöht. Ein Polizist wurde nach Angaben des Innenministeriums angeschossen.

Die Angeklagten im Alter zwischen 21 und 42 waren im Februar 2015 zum Tode verurteilt worden. Vor der Hinrichtung wurde der Nachrichtenagentur zufolge ein Antrag auf Berufung abgelehnt. Die Verurteilten hatten behauptet, sie hätten ihre Geständnisse unter Folter abgelegt.

Das Bahrainische Institut für Rechte und Demokratie sowie die Menschenrechtsorganisation Reprieve, beide in London ansässig, kritisierten die Exekutionen. Zudem hätte die Regierung des Landes von den Foltervorwürfen gewusst. Sie seien im Prozess angesprochen, aber ignoriert worden.