Der Whistleblower Edward Snowden war im Sommer 2013 nach der Enthüllung der geheimen Überwachung der Internet- und Telefonkommunikation durch die US-Geheimdienste ins Exil geflohen. Am Mittwoch hat Russland die Aufenthaltsgenehmigung des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters um zwei Jahre verlängert. Das teilte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, auf ihrer Facebook-Seite mit. Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena hat sich bislang noch nicht dazu geäußert.

Snowden war nach seiner Ausreise aus den USA über Umwege in Russland gelandet. Dort war er in der Transitzone des Moskauer Flughafens festgesetzt worden, nachdem die USA seinen Pass für ungültig erklärten. Von der russischen Regierung hatte er daraufhin 2014 eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung erhalten, die in diesem Jahr erloschen wäre.

Am Dienstag hatte der scheidende US-Präsident Barack Obama der WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning in einer seiner letzten Amtshandlungen einen deutlichen Strafnachlass gewährt. Die transsexuelle Informantin, die als Mann unter dem Namen Bradley Manning bekannt geworden und wegen Spionage zu 35-jähriger Haft verurteilt worden war, sitzt seit sechs Jahren in Isolationshaft im Militärgefängnis in Fort Leavenworth (Kansas) ein. Nun wird sie am 17. Mai vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.

Manning ist der bekannteste Name auf einer Liste von 64 Begnadigungen und 209 Straferlässen, die Obama zum Ende seiner am Freitag ablaufenden Amtszeit gewährte. Snowden, über dessen Begnadigung ebenfalls spekuliert worden war, steht nicht darauf. Manning hatte sich im Gegensatz zu Snowden an den US-Präsidenten gewandt und um ihre frühzeitige Entlassung gebeten.

"Snowdens Taten sind gefährlicher"

Im Gegensatz zu der von einem Militärgericht verurteilten und geständigen Manning sei Snowden "in die Arme eines Gegners geflohen" und habe "Zuflucht in einem Land gefunden, das erst vor kurzem gezielt versucht habe, unsere Demokratie zu schwächen", sagte Obamas Sprecher Josh Earnest mit Blick auf mutmaßlich russische Hackerattacken im US-Wahlkampf. Snowdens Taten seien "viel schwerwiegender und gefährlicher".

Snowden hatte Manning zu dem Straferlass gratuliert und auf Twitter geschrieben: "In fünf Monaten wirst du frei sein. Danke für alles, was du für alle getan hast."