Der nominierte US-Außenminister Rex Tillerson hat Russland für das Vorgehen in der Ukraine kritisiert. "Nein, einen legalen Anspruch auf die Krim" habe das Land nicht, sagte Tillerson, der von dem designierten US-Präsidenten Donald Trump ausgewählt und nun von dem Auswärtigen Ausschuss des US-Kongresses angehört wurde. "Russland stellt heute eine Gefahr dar."  

Auch suche Präsident Wladimir Putin den Respekt und die Relevanz auf der internationalen Bühne, aber kürzlich erst habe er die amerikanischen Interessen missachtet. Es sei ein naheliegender Schluss, dass der Präsident selbst die Cyber-Angriffe auf die US-Wahl angeordnet habe. Dennoch würde er angesichts der Informationen, über die er verfüge, nicht zu dem Schluss kommen, dass Putin wegen seines Engagements im Syrien-Krieg als Kriegsverbrecher bezeichnet werden könne.

Tillerson ist bei vielen Mitgliedern des Ausschusses umstritten, die Anhörung im Kongress wurde immer wieder durch Protestrufe aus dem Publikum gestört. Mehrmals mussten Personen aus dem Saal geführt werden. Es wird bezweifelt, ob der 64-Jährige, der bis vor Kurzem noch Chef des Ölkonzerns ExxonMobil war, sich vom Geschäftsmann zum Chefdiplomaten wandeln kann. Vor allem aber gilt er vielen seiner Gegner als viel zu positiv eingestellt gegenüber Russland – und das in Zeiten, in denen die Beziehungen der USA zu dem Land so schlecht sind wie seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr.

"Realistisches Szenario, dass Schweine fliegen"

Der Ausschuss-Vorsitzende und Republikaner Bob Corker lobte Tillerson: "Ich glaube wirklich, dass Sie eine inspirierende Wahl sein können." Tillerson werde mit seiner Erfahrung in der internationalen Geschäftswelt dem US-Außenministerium und dem "neuen Präsidenten mehr Selbstsicherheit" geben. Dagegen meldete der Demokrat Ben Cardin "ernste Bedenken" wegen der persönlichen Beziehungen Tillersons zu Wladimir Putin an. Auch seien die "sehr speziellen Interessen der Aktienbesitzer eines Konzerns" nicht das Gleiche wie die Interessen der amerikanischen Außenpolitik.

Im Jahre 2014 lehnte Tillerson Sanktionen gegen Russland wegen dessen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim ab. Zwei Jahre zuvor erhielt er den Freundschaftsorden von Russland.

Tillersons Verhältnis zu Russland war einer der Schwerpunkte der Anhörung im Kongress. Einer der prominentesten Senatoren in dem Gremium ist der Republikaner John McCain. Auf die Frage, ob er Tillerson unterstützen könne, zitierten ihn Medien kürzlich mit den Worten: "Na klar. Es gibt auch ein realistisches Szenario, wonach Schweine fliegen."

Donald Trump - Der unberechenbare Präsident Ende Januar wird Donald Trump als neuer US-Präsident vereidigt. Was von seiner Politik zu erwarten ist, kommentiert Rieke Havertz, Chefin vom Dienst bei ZEIT ONLINE.