Der Iran hat nach Angaben der USA und Israels Ende Januar eine ballistische Mittelstreckenrakete getestet. "Wir wissen, dass der Iran diese Rakete abgefeuert hat", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. Einzelheiten des Tests würden noch untersucht. Der UN-Sicherheitsrat setzte auf Antrag der USA für den heutigen Dienstag eine Dringlichkeitssitzung an.

Bislang bekannt ist, dass die ballistische Rakete vom Typ Chorramschahr am Sonntag von einem bekannten Testgelände rund 225 Kilometer östlich von Teheran gestartet und nach knapp 1.000 Kilometern beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodiert ist, berichtet der US-Sender Fox News. Der Test wäre der erste des Irans seit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Außenamtssprecher Mark Toner sagte, es werde derzeit geprüft, ob Teheran mit dem Test eine Resolution des UN-Sicherheitsrats verletzt habe. In der UN-Resolution 2231, die der Weltsicherheitsrat im Zusammenhang mit dem Atomabkommen zwischen dem Iran und dem Westen im Juli 2015 verabschiedet hatte, wird der Iran aufgefordert, keine ballistischen Raketen zu starten, die Atomwaffen tragen können. Das Land verfügt besonders über Mittelstreckenraketen, die nach eigenen Angaben eine Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern haben. Damit könnte jeder Ort in Israel getroffen werden. Allerdings ist umstritten, ob Raketentests der Islamischen Republik nach der Vereinbarung tatsächlich verboten sind.

Sollte der Iran gegen die Resolution verstoßen haben, würden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen und andere Staaten bitten, dem Folge zu leisten, sagte Toner. Zuvor hatte auch Israels UN-Botschafter Danny Danon den Sicherheitsrat aufgefordert, unverzüglich auf das Vorgehen des Iran zu reagieren, das den ganzen Nahen Osten gefährde.

Angesichts des Raketentests drängt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf eine Wiedereinführung der Iran-Sanktionen."Eine Reaktion auf die iranische Aggression darf nicht ausbleiben", schrieb er auf Twitter. Er werde am 15. Februar bei einem Besuch in Washington mit Trump darüber sprechen.  

Trump und Netanjahu sind Gegner des Atomabkommens mit dem Iran. Der US-Präsident hatte es als "katastrophal" bezeichnet. Der Vertrag war nach jahrelangen Verhandlungen vor einem Jahr in Kraft getreten. Geschlossen hatten es die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran. Es verpflichtete den Iran, seine Urananreicherung drastisch zurückzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug werden schrittweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben.