Bei landesweiten Protesten in Mexiko gegen die Erhöhung der Benzinpreise sind Medienberichten zufolge seit Sonntag bis zu sechs Menschen ums Leben gekommen. Über 900 Demonstranten wurden festgenommen und 400 Geschäfte geplündert, wie die Zeitung Milenio berichtete. Unternehmerverbände forderten am Freitag den Einsatz des Militärs, um den Plünderern Einhalt zu gebieten.

Im Bundesstaat Hidalgo seien zwei Menschen gestorben, als die Polizei eine Straßenblockade räumen wollte, teilten die lokalen Behörden mit. Weitere 20 Menschen seien verletzt worden. Drei Fahrzeuge, darunter ein Streifenwagen der Polizei, wurden in Brand gesetzt.

Im Süden des Staates Veracruz, in der Gemeinde Agua Dulce, wurde ein Mensch während der Proteste überfahren und starb, wie die Zeitung Milenio unter Berufung auf die Behörden berichtete. Außerdem seien am Donnerstag zwei Leichen mutmaßlicher Plünderer in der Nähe ausgeraubter Geschäfte in Veracruz gefunden worden. Ein Polizist wurde am Mittwoch von einem Fahrzeug überfahren und tödlich verletzt, als er einen Überfall auf eine Tankstelle verhindern wollte.

Die Polizei kämpft seit Sonntag gegen Krawalle und Plünderungen an. In Puebla bildeten Bewohner von drei Stadtteilen mit Stöcken, Macheten und Steinen bewaffnete Bürgerwehren, um Plünderer abzuschrecken. Rund 70 Prozent der Geschäfte im Zentrum der 1,4 Millionen Einwohner zählenden Stadt blieben am Freitag geschlossen. In Veracruz versperrten mit Eisenstangen und Macheten bewaffnete Geschäftseigentümer die Zugänge zu Einkaufszentren.

Die mexikanische Regierung hatte die Benzinpreise zum Jahresbeginn um 20 Prozent erhöht, auch Diesel wurde teurer. Präsident Enrique Peña Nieto begründete die Preiserhöhung mit den gestiegenen Weltmarktpreisen. Seitdem hatten wütende Demonstranten unter anderem Tankstellen blockiert und mit Straßensperren den Verkehr auf Autobahnen lahmgelegt.

Dem Präsidenten zufolge werden die Preise langfristig wieder fallen, wenn seine 2014 angestoßene Reform der Ölindustrie greift. Er beendete das 76 Jahre alte Staatsmonopol auf die Ölförderung und öffnete die Branche für ausländische Firmen. Der Staatskonzern Pemex verlor damit sein Monopol auf den Verkauf von Benzin und Diesel.