Der nach dem Putschversuch in der Türkei im vergangenen Sommer verhängte Ausnahmezustand ist bis zum 19. April ausgeweitet worden. Das Parlament in Ankara stimmte dem Antrag der Regierung auf Verlängerung um weitere drei Monate zu. Vizeministerpräsident Numan Kurtulmuş begründete den Antrag während der emotional geführten Debatte unter anderem mit anhaltenden terroristischen Angriffen.

Die Türkei ist in den vergangenen Monaten von einer ganzen Anzahl schwerer Terrorangriffe erschüttert worden. Zuletzt hatte in der Silvesternacht ein Angreifer in einem Club in Istanbul wahllos auf Feiernde geschossen und 39 Menschen getötet. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte den Ausnahmezustand kurz nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 ausgerufen. Im Oktober war er ein erstes Mal verlängert worden. Ohne Verlängerung wäre der Ausnahmezustand am 19. Januar ausgelaufen.

Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP und die kleinste Oppositionspartei, die ultranationalistische MHP, unterstützten die Verlängerung. Die anderen beiden Oppositionsparteien, die Mitte-links-Partei CHP und die prokurdische HDP, waren dagegen.