Der designierte US-Außenminister Rex Tillerson hat seine Arbeit noch nicht einmal aufgenommen, da steht er bereits vor Personalproblemen: Das komplette Topmanagement des Außenministeriums ist überraschend zurückgetreten. Das berichtet die Washington Post. Unter den vier zurückgetretenen Managern ist auch Patrick Kennedy, der die zweitwichtigste Position im Außenministerium innehatte.

Ein Wechsel des Personals im Außenministerium ist nicht ungewöhnlich, wenn ein neuer Präsident sein Amt antritt. Allerdings gilt dies nicht für die höchsten Posten. Dafür seien Kenntnisse der Behörde und Erfahrungen in der Außenpolitik wichtig, die nicht einfach zu finden seien, schreibt die Washington Post. Die vier Offiziellen, Patrick Kennedy, Joyce Anne Barr, Michele Bond und Gentry Smith waren während ihrer Dienstzeit sowohl für republikanische Präsidenten als auch für Regierungschef der Demokraten tätig. "Sie wollen nicht Teil der Trump-Ära sein", kommentiert die Post.

Der Abgang der vier Manager wird als größter Verlust institutionellen Wissens im State Department seit Jahrzehnten beschrieben. Unter anderem waren sie zuständig für die Besetzung Tausender Stellen in der Welt und haben de facto alle relevanten Positionen im Außenministerium verwaltet. "Das ist der größte gleichzeitige Rücktritt in der Behörde, an den ich mich erinnern kann", sagte David Wade, der unter US-Außenminister John Kerry gearbeitet hatte, der Washington Post. "Der Verlust wird schwer zu ersetzen sein."

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Seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten haben schon zahlreiche Beamte das US-Außenministerium verlassen. Ob die Manager von Trump zum Rücktritt gedrängt wurden, ist nicht klar. Patrick Kennedy hatte der Washington Post zufolge wenige Tage vor dem Rücktritt noch mehr Verantwortung im Ministerium übernommen. Er soll zudem eng mit dem Übergangsteam von Donald Trump zusammengearbeitet haben. CNN berichtet, die Regierung von Trump habe den Managern einen Rücktritt nahegelegt. Der Sender beruft sich dabei auf zwei Mitarbeiter des Ministeriums. Den vier Offiziellen sei mitgeteilt worden, "ihre Dienste würden nicht länger benötigt". 

Trump will den ehemaligen Exxon-Mobil-Chef Rex Tillerson zum neuen Außenminister in seinem Kabinett machen. Tillerson gilt als unerfahren in der Außenpolitik, der Senat muss den ehemaligen Ölmanager zudem noch in dieser Position bestätigen.