US-Präsident Donald Trump kann sich gemeinsame Einsätze mit Russland gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien vorstellen. Wenn es eine Möglichkeit gebe, den IS zusammen mit Russland oder irgendeinem anderen Land zu bekämpfen, dann "werden wir sie sicherlich ergreifen", sagte der Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer in Washington.

Trump will demnach "mit jedem Land zusammenarbeiten, dass unser Interesse daran teilt, den IS zu besiegen", sagte Spicer weiter. In Syrien führen die USA eine Koalition mehrerer Länder gegen den IS an. Russland hat auf der Seite der syrischen Regierung von Baschar al-Assad in den Krieg eingegriffen. Unter der Regierung Barack Obamas gab es scharfe Kritik an Moskau vor allem nach dessen Unterstützung der Angriffe der Assad-Truppen auf Aleppo. Der neue US-Präsident hat eine Verbesserung der Beziehungen zum russischen Staatschef Wladimir Putin in Aussicht gestellt. Putin lud die neue US-Regierung auch zur Syrien-Konferenz in der kasachischen Hauptstadt Astana ein.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe mit der US-Armee abgesprochene Angriffe der russischen Luftwaffe gegen den IS gegeben. Demnach habe das US-Militär Koordinaten von zwei IS-Zielen nahe Al-Bab in Syrien an russische Kampfflugzeuge weitergegeben. Zwei russische Kampfflugzeuge hätten daraufhin dort "terroristische Ziele" attackiert. Dabei seien mehrere Waffen- und Treibstofflager vernichtet worden.

Das Pentagon dementierte, dass der abgesprochene Angriff stattgefunden habe. Das US-Verteidigungsministerium erklärte dazu, es koordiniere keine Luftangriffe mit den russischen Streitkräften. Der einzige bestehende Kommunikationskanal mit den Russen in Syrien habe den Zweck, "Vorfälle" zwischen russischen Flugzeugen und denen der US-geführten Militärkoalition im syrischen Luftraum zu vermeiden.

Konflikt im Südchinesischen Meer möglich

Spicer teilte auf der Pressekonferenz auch mit, die neue US-Regierung wolle Gebiete in internationalen Gewässern verteidigen. Dazu gehörten auch Territorien in dem von China weitgehend für sich beanspruchten Südchinesischen Meer. China liegt mit seinem Anspruch auf Inseln, Riffe, Lagunen sowie den Großteil des Meeres mit diversen Anrainerstaaten wie den Philippinen im Streit. Das Südchinesische Meer ist eine wichtige Passage für die internationale Handelsschifffahrt. Zudem werden in dem fischreichen Gewässer Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Niemals lügen

Der neue Pressesprecher des Weißen Hauses geriet bei der Pressekonferenz selbst in die Kritik. Spicer sagte, er sei der Wahrheit verpflichtet: "Es ist unsere Absicht, Sie nie anzulügen." Später verteidigte er aber seine Aussage, Trumps Vereidigung habe mehr Zuschauer erreicht als alle Vereidigungszeremonien von US-Präsidenten zuvor.

Er erklärte dies damit, dass Millionen von Menschen das Ereignis auf Internetkanälen wie YouTube verfolgt hätten. Diese Möglichkeiten standen bei früheren Präsidenten nicht oder nicht im selben Ausmaß zur Verfügung.