USA - Trump hält sich für nicht rassistisch US-Präsident Donald Trump wollte auf einer Pressekonferenz den designierten Arbeitsminister Alexander Acosta vorstellen. Die meiste Zeit aber kritisierte er die Medien. © Foto: Mark Wilson/Getty Images

Donald Präsident Trump gelingt es immer wieder, die Aura und Größe des Präsidentenamtes auf sein einzigartiges Launenspiel zu reduzieren. "Wir sollten heute eine Pressekonferenz abhalten", soll er am Morgen seine Berater angewiesen haben. So hieß es zumindest aus dem Umfeld des Weißen Hauses.

Anstatt die Pressekonferenz aber wie angekündigt für die Vorstellung des neuen designierten Arbeitsministers Alexander Acosta zu nutzen – er wäre der einzige Latino im Kabinett –, holte Donald Trump zu einem Rundumschlag aus. Keines seiner Lieblingsthemen ließ er aus: seine angeblich so guten Umfragewerte, Hillary Clinton, den Iran-Deal, die unehrlichen Medien und natürlich Fake-News.

"Leider spricht ein Großteil der Medien in Washington, New York und Los Angeles nicht mit der Stimme des Volkes, sondern allein im Interesse derer, die von diesem sehr, sehr offensichtlich kaputten System profitieren", sagte begann Trump nach einer kurzen Einführung von Acosta. "Die Presse ist so unehrlich geworden. Wenn wir das nicht ansprechen, tun wir dem amerikanischen Volk keinen Gefallen damit."

"Einen Sauhaufen übernommen"

"Wie Sie wissen", sagte er mit Blick auf seinen Vorgänger Barack Obama, "hat mein Kabinett jede Menge Probleme in der Regierung und im ganzen Land geerbt. Seien wir ehrlich: Ich habe einen Sauhaufen übernommen."

Seine Regierung habe sich von Tag eins an daran gemacht, diese Herausforderungen zu beseitigen, sagte Trump. Das Chaos um den Einreisestopp unterschlug Trump in seiner Pressekonferenz – ebenso das Durcheinander im Weißen Haus, das von Ränkespielen und peinlichen Informationslecks geprägt ist.

"Ich habe noch nie eine derart unehrliche Presse erlebt wie bei diesen politischen Reportern", sagte Trump. Er verurteilte verschiedene Leaks aus seinen eigenen Sicherheitsbehörden, die schließlich zum Rücktritt des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn geführt hatten. Flynn hatte sich bereits im November mit dem russischen Botschafter über die US-Sanktionen gegen Russlamnd ausgetauscht. "Die Leaks sind echt. Die Leaks sind absolut echt. Nur die Nachrichten sind fake, weil so viele der Nachrichten fake sind", sagte Trump in der ihm sehr eigenen Art.

"Ich habe mit Russland nichts zu tun"

Er kündigte eine "gründliche Untersuchung" der undichten Stellen an, wies aber – nach mehrmaligem Nachfragen der anwesenden Reporter – vehement zurück, in die Russland-Causa involviert zu sein: "Also, ich habe damit nichts zu tun. Ich habe mit Russland nichts zu tun. Ich habe das schon einmal gesagt: Ich habe keine Geschäftsbeziehungen dort, ich schulde denen kein Geld, ich habe nichts mit Russland zu tun."

Der einzige Kontakt nach Russland sei über Flynn gelaufen. "Er hat nur seinen Job gemacht. Er hat Länder angerufen und seine Amtskollegen gesprochen. Für mich war das in Ordnung. Ich habe ihn nicht dazu angewiesen, aber ich hätte es getan, weil das sein Job ist." Ob er ausschließen könne, dass jemand aus seinem Team während des Wahlkampfs mit den Russen gesprochen hätte? "Niemand, von dem ich weiß. Wie oft soll ich denn diese Frage noch beantworten?"

"Seht her, er hat gelogen"

Eine andere Frage, die Trump nicht gern beantworten wollte, kam von einem israelischen Kollegen. Der Journalist wollte sich einen Tag nach Trumps Treffen mit Benjamin Netanjahu zur gestiegenen Zahl antisemitischer Vorkommnisse seit Trumps Amtseinführung erkundigen. Trump umging die Frage: Er sei der "am wenigsten antisemitische Mensch, den es gibt". Schließlich kanzelte Trump den Reporter, der versprochen hätte, eine einfache Frage zu stellen, als Lügner ab: "Seht her, er hat gelogen – er hat gesagt, er stelle eine einfache, simple Frage. Na ja, willkommen in der Welt der Medien."

Donald Trump ließ seinem Frust über die ersten, schwierigen Wochen im Weißen Haus freien Lauf, ohne sich in Details zu verstricken – auf seine sprachlich simple Art und Weise, adressiert an die enttäuschten Wähler da draußen.

"Ich ärgere mich hier nicht. Ich sage euch das nur", gab Trump der Presse mit auf den Weg. "Ihr wisst, dass Ihr unehrlich seid. Aber ich ärgere mich gar nicht. Ich liebe das. Mir macht das sogar Spaß hier."

USA - Nominierter US-Arbeitsminister gibt auf Weiterer Rückschlag für Donald Trump: Der Unternehmer Andrew Puzder, den der US-Präsident als Arbeitsminister vorgeschlagen hatte, zieht seine Bewerbung zurück. Im Senat hatten sich einige Republikaner gegen ihn ausgesprochen. © Foto: Mike Blake, Reuters