Oosterwoud: Um das zu erreichen, habe ich einen Fake-News-Generator entwickelt: Eine Website, auf der jeder seine eigene Propaganda-Meldung erstellen kann. Die Leute können dort mit einigen Klicks eigene Geschichten erstellen und sie auf Facebook verbreiten. Wer sieht, wie leicht das geht, entwickelt mehr Misstrauen gegenüber echten Propaganda-Meldungen, wie sie von Sputnik oder Russia Today verbreitet werden.

ZEIT ONLINE: Damit erreichen Sie doch das Gegenteil von dem, was sie wollen. Durch ihren Generator kommen viel mehr Fake-News in Umlauf?

Oosterwoud: Nein, Wir haben aus der Idee ein seriöses Propaganda-Simulationsspiel entwickelt. In einigen Wochen wird es online sein und sich thematisch zunächst mit der Wahl in den Niederlanden befassen. Wir hoffen, dass alle, die den Fake-News-Generator ausprobieren dabei etwas lernen.

ZEIT ONLINE: Wie soll das funktionieren?

Oosterwoud: Der Fake-News-Generator soll keine unreflektierte Klickmaschine sein. Bei jeder Entscheidung, die der Nutzer macht, soll er darüber nachdenken, auf welche falsche Gedanken er den Empfänger bringen will.

Die Spieler werden sich passende Zitate zu ihren Themen aussuchen können für ihre eigene Fake-News. Daneben werden wir ihnen Pseudo-Experten präsentieren, von denen sie einen oder mehrere wählen können. Es wird Charaktere wie den Verschwörungstheoretiker, den Leugner und den Provokateur geben. Am Ende kann der User seine eigene fertige Propaganda-Meldung fertig stellen und mit seinen Freunden auf Facebook teilen.

ZEIT ONLINE: Und wie machen Sie die dann neuen vagabundierenden Fake News unschädlich?

Oosterwoud: Jeder, der eine solche Meldung auf Facebook anklickt, gelangt auf unseren Fake-News-Generator, er begreift sofort, dass es ein Spiel ist, und kann selbst aktiv werden.

ZEIT ONLINE: Kann man Ihren Fake-News-Generator schon testen?

Oosterwoud:
Wir haben für das Projekt eine Finanzierungsbeihilfe vom  Stimuleringsfonds voor de Journalistiek bekommen und arbeiten gerade an einem ersten Entwurf. Unser Team besteht aus sechs Personen und einer Designagentur, mit der wir zusammenarbeiten. Ab März werden wir einen Prototypen fertig haben, noch vor der Wahl, die am 15. März stattfindet.