Bei einem Angriff auf das Terrornetzwerk Al-Kaida im Süden des Jemen durch US-Streitkräfte sind am Sonntag auch mehrere Zivilisten getötet worden. Das bestätigte das US-Militär. Unter den Toten seien möglicherweise auch Kinder, sagte ein Sprecher. Es war der erste groß angelegte Angriff des US-Militärs im Jemen unter der Präsidentschaft von Donald Trump.

Nach Darstellung der USA mischt das Terrornetzwerk in Lagern und Stellungen regelmäßig Frauen und Kinder unter seine Kämpfer. "Und das macht Fälle wie diesen so besonders tragisch", sagte der Sprecher.

Nach Angaben von Sicherheitskreisen in der Provinz Al-Baida wurden bei dem Angriff 30 Menschen getötet, darunter mindestens acht Kinder und acht Frauen. Ähnlich berichteten Ärzte, die vor Ort halfen. In früheren Meldungen war von 40 Toten die Rede.

Das US-Militär hatte zunächst mitgeteilt, dass bei dem Einsatz 14 Kämpfer von Al-Kaida getötet worden seien. Auch ein amerikanischer Soldat starb demnach bei der Operation, vier wurden verletzt.

Der Militäreinsatz war die dritte derartige US-Bodenoperation gegen Al-Kaida im Jemen. Die USA betrachten die dortige Gruppe als gefährlichsten Ableger des Terrornetzwerks und gehen immer wieder mit Drohnenangriffen gegen sie vor.   

Im Jemen herrscht Bürgerkrieg zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und Gruppen, die der international anerkannten Regierung nahestehen. Diese wiederum erhält Hilfe vom sunnitisch geprägten Saudi-Arabien. Auch Al-Kaida und der "Islamische Staat" verüben immer wieder Anschläge.