Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas erneut eine ballistische Rakete getestet und in Richtung Japanisches Meer geschossen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Südkoreas Vereinigten Generalstab. Das Geschoss sei im Westen des Landes abgefeuert worden und nach rund 500 Kilometern östlich der koreanischen Halbinsel ins Meer gestürzt. Das Militär teilte mit, es werde untersucht, ob es sich um eine Mittelstreckenrakete der Art Musudan handele. Diese Geschosse sollen eine Reichweite von 3.000 Kilometern haben.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte den Raketentest. Das Vorgehen sei "absolut nicht tolerierbar", sagte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit US-Präsident Donald Trump in Florida. Trump erklärte, die USA stünden zu 100 Prozent hinter Japan. Es ist der erste derartige Vorfall während Trumps Amtszeit. Der Raketentest sei offenbar eine "Provokation, mit der die Reaktion der neuen US-Regierung" getestet werden solle, hieß es in der Mitteilung des südkoreanischen Verteidigungsministeriums.

In seiner Neujahrsansprache hatte der nordkoreanische Führer Kim Jong Un gesagt, sein Land stehe kurz vor dem Test einer Interkontinentalrakete, die auch Teile der USA erreichen könnte. Das US-Verteidigungsministerium warnte daraufhin vor neuerlichen Provokationen. Die Spannungen in der Region hatten sich im vergangenen Jahr nach zwei Atomtests und mehr als 20 Raketentests Nordkoreas deutlich erhöht.

Nordkorea ist wegen seines Atom- und Raketenprogramms international isoliert. Im Februar 2016 hatte das Land eine weitere Weltraumrakete gestartet, um nach eigenen Angaben einen Satelliten in eine Erdumlaufbahn zu bringen. Die Weltgemeinschaft sieht solche Starts als verdeckte Tests einer Langstreckenatomrakete.