Als Reaktion auf die jüngsten Raketentests des Irans haben die USA Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Davon seien 13 Personen und 12 Einrichtungen oder Unternehmen betroffen, teilte das US-Finanzministerium mit. Einige der Einrichtungen hätten ihren Sitz im Libanon, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder China. Der Iran kündigte Gegenmaßnahmen an.

Am Wochenende hatte der Iran erstmals einen selbst gebauten Marschflugkörper getestet, der rund 600 Kilometer weit flog. Zudem wurde am Sonntag eine iranische Rakete von einem Testgelände in Semnan gestartet, die 965 Kilometer weit flog, bevor sie explodierte. Es waren die ersten Tests seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Die US-Regierung hatte den Iran bereits am Mittwoch "verwarnt" und erklärt, es würden Konsequenzen geprüft.

Die Regierung in Teheran bestätigte die Tests, vertritt aber die Auffassung, dass sie nicht gegen das mit der Staatengemeinschaft vereinbarte Atomabkommen verstoßen. Als Antwort auf die US-Sanktionen werde auch der Iran einige US-Bürger und Firmen mit Beschränkungen belegen, teilte das Außenministerium des Landes mit. Betroffen seien diejenigen, die "eine Rolle bei der Bildung und Unterstützung von Terrorgruppen in der Region" gespielt hätten.

Sanktionen ähneln jenen aus Obama-Ära

Der neue US-Verteidigungsminister James Mattis verurteilte den Iran am Samstag in Tokio als den "größten Sponsor von Terrorismus im Mittleren Osten". Es sei weise, die Islamische Republik erkennen zu lassen, dass ihre Taten die Aufmerksamkeit vieler Menschen errege, sagte Mattis. Zu gleicher Zeit sehe er aber keine Notwendigkeit, die US-Kräfte in der Region zu erhöhen.

Seit dem Abschluss des Atomabkommens 2015 hat der Iran mehrere ballistische Raketen getestet. Der US-Kongress hatte bereits im Dezember beschlossen, einige Sanktionen gegen den Iran um zehn Jahre zu verlängern.

Die aktuellen Sanktionen ähneln jenen Strafmaßnahmen, die Trumps Vorgänger Barack Obama seinerzeit nach iranischen Raketentests verhängt hatte. Die damaligen Sanktionen richteten sich gegen iranische Firmen und das Raketenkommando der iranischen Revolutionsgarden.

Regierung in Teheran weist US-Kritik zurück

Trump und sein Sicherheitsberater Michael Flynn hatten bereits in den vergangenen Tagen eine Serie von Drohungen an Teheran gerichtet. Der Iran sei "formell gewarnt" worden, twitterte Trump am Donnerstag. Der US-Präsident schloss auch den Einsatz militärischer Mittel nicht aus. Auf die entsprechende Frage eines Journalisten entgegnete er knapp: "Nichts ist ausgeschlossen."

Die Regierung in Teheran wies die US-Kritik an den Raketentests als "unbegründet" und "provokant" zurück. Der iranische Außenamtssprecher Bahram Ghasemi verurteilte laut der amtlichen Nachrichtenagentur Irna auch den US-Einreisebann, mit dem Trump vor einer Woche Bürger aus dem Iran und sechs weiteren mehrheitlich muslimischen Ländern belegt hatte. Anstatt die Rolle Teherans im Kampf gegen den Terrorismus zu würdigen, setze auch die neue Regierung auf "die gleichen unbegründeten Bemerkungen und ungeeigneten Maßnahmen".

Die iranische Regierung hatte als Reaktion auf die Einreiseverbote ihrerseits angekündigt, keine US-Bürger mehr ins Land zu lassen. Laut Ghasemi wurde inzwischen einer Ringermannschaft aus den USA die Ausstellung von Visa verweigert. "In Anbetracht des politischen Kurses der neuen US-Regierung sah sich das Außenministerium zu diesem Schritt gezwungen", sagte der Sprecher. Das US-Sportteam wollte am 16. und 17. Februar an einem internationalen Wettkampf im Westen des Irans teilnehmen.