Einen Tag nach seiner Pressekonferenz im Weißen Haus, bei der er den Medien vorwarf, Falschmeldungen über die Beziehungen seiner Regierung zu Russland zu verbreiten, legte US-Präsident Donald Trump nach. Auf Twitter empörte er sich mit Blick auf die New York Times sowie die US-Fernsehsender CNN, NBCNews, ABC und CBS über die "Fake-News-Medien". Diese seien "nicht mein Feind", sondern der "Feind des amerikanischen Volkes", schrieb Trump.

Anlass für die erneute Medienschelte des Republikaners sind die Berichte im Zusammenhang mit dem Rücktritt seines Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn und die Verbindungen seiner Regierung nach Russland. So soll Flynn noch vor Antritt der Trump-Regierung mit dem russischen Botschafter über die Sanktionen gegen Russland gesprochen, das FBI sowie Vizepräsident Mike Pence darüber aber belogen haben.

Zudem hatten sowohl die New York Times als auch CNN berichtet, dass Mitglieder des Trump-Teams bereits während des Wahlkampfs mehrfach mit Beamten und Geheimdienstmitarbeitern der russischen Regierung in Kontakt gestanden hätten. Dies werde durch abgefangene Telefonate und Mitschnitte belegt. Am Freitag rief FBI-Direktor James Comey das Geheimdienstkomitee des Senats zu einer geheimen Sitzung zusammen, bei der es nach Angaben eines Senators auch um Russland gegangen sein soll.

Einen Tag zuvor, bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, hatte Trump einem Großteil der Medien vorgeworfen, in einem Tonfall des "Hasses" über ihn zu berichten. Der Grad der "Unehrlichkeit" in den Medien sei "außer Kontrolle", sagte der US-Präsident und behauptete, dass die Medienberichte allesamt falsch seien. Die Medien sollten sich für die Weiterverbreitung solcher als geheim eingestuften Informationen "schämen". Als Konsequenz aus der Affäre wies Trump das Justizministerium an, die "illegale" und "kriminelle" Weitergabe von Informationen an die Medien zu untersuchen.