Die russischen Streitkräfte haben eine neue Abteilung für Informationssicherheit und Cyberabwehr gegründet. "Propaganda muss smart, kompetent und effektiv sein", sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen im Parlament in Moskau. Sein Kollege, der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses in der Duma, Wladimir Schamanow, sagte, die neue Abteilung sei zur Verteidigung der Interessen des Militärs geschaffen worden. 

Der Vizeregierungschef Dmitri Rogosin hatte erstmals 2012 die Gründung einer militärischen Abteilung für Informationssicherheit gefordert. Lange gab es aber keine Bestätigung für die Umsetzung solcher Pläne. Im Januar hatte Kommersant berichtet, dass der Abteilung etwa 1.000 Mitarbeiter angehören und dass die Kosten bei jährlich schätzungsweise rund 300 Millionen US-Dollar liegen.

US-Geheimdienste werfen Russland vor, den US-Wahlkampf mit Hackerangriffen beeinflusst zu haben und so Donald Trump mit zur Wahl zum Präsidenten geholfen zu haben. Russland wies die Vorwürfe zurück.

Auch aus Frankreich und den Niederlanden gab es ähnliche Anschuldigungen über Hackerangriffe aus Russland. Deutsche Behörden gehen ebenfalls davon aus, dass ein Hackerangriff auf den Bundestag 2015 aus Russland kam. Sicherheitsexperten befürchten, dass der Kreml die Bundestagswahl manipulieren könnte. Die Bundesregierung will deshalb anlässlich der Wahl Ende September die Cyberabwehr stärken.